Ulm News, 13.10.2024 12:00
37-Stunden-Warnstreik bei Max Weiss in Neu-Ulm: Lebkuchen-Produktion steht still
Scharfer Protest bei süßen Leckereien: Bei Max Weiss in Neu-Ulm spitzt sich der
Tarifstreit zu. In der Lebkuchen-Produktion stehen ab heute, Sonntagabend die Bänder still. Es ist die 2. Warnstreikwelle im Tarifstreit der Süßwarenindustrie.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kündigt einen 37-Stunden-Warnstreik an. Die 150 Streikenden werden, so die NGG Schwaben, erst wieder am Dienstagmorgen an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.
Beim Warnstreik werde es auch noch einmal richtig laut, so steht es in der Mitteilung der NGG: Für Montagmorgen (14. Oktober) hat die NGG eine Protestkundgebung vor dem Werkstor der Lebkuchenfabrik in Neu-Ulm angekündigt. Danach gehe es für die Beschäftigten zum zentralen Süßwaren-Protest nach Nürnberg, so die Gewerkschaft.
Die NGG startet damit die zweite Warnstreikwelle im Werk von Max Weiss in Neu-Ulm, das zur Süßwarenindustrie gehört. „Dabei geht es deutlich härter zur Sache. Der Warnstreik dauert länger. Und der Produktionsausfall wird damit auch deutlich größer sein als beim Auftakt-Warnstreik im Sommer“, so Paul Stüber, Gewerkschaftssekretär der NGG Schwaben.
Bei Max Weiss und in den anderen Betrieben der Branche herrsche „auf breiter Front Frust“ darüber, dass die Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen „extrem auf die Lohnbremse treten“. Nach Gewerkschaftsangaben haben die Arbeitgeber bei der zweiten Verhandlungsrunde kein neues Angebot vorgelegt. Das erste sei unzureichend
gewesen, so die NGG. „Damit lassen sich die Löcher, die die Inflation in die Lohntüten der Beschäftigten gerissen hat und noch reißen wird, absolut nicht stopfen.
Die Beschäftigten sollen munter Süßes und Knabbereien als ‚leckere Kalorien‘ produzieren. Die Arbeitgeber verordnen ihnen dafür aber eine krasse Lohn-Diät. Das funktioniert so nicht“, sagt Paul Stüber.
Die NGG fordert 9,9 Prozent mehr Lohn. Mindestens soll jeder der mehr als
5.600 Beschäftigten der bayerischen Süßwarenindustrie jedoch mit 360 Euro mehr pro Monat nach Hause gehen. Für Azubis will die Gewerkschaft 190 Euro zusätzlich im Monat herausholen.
Am kommenden Dienstag (15. Oktober) treffen sich Gewerkschaft und
Arbeitgeber zur dritten Verhandlungsrunde. „Entweder machen die
Süßwarenproduzenten einen gewaltigen Lohnschritt nach vorne – oder bei Max Weiss in Neu-Ulm läuft bald für längere Zeit kein Lebkuchen mehr vom Band“, sagt der Gewerkschaftssekretär. Paul Stüber macht deutlich: „Es liegt Streik in der Luft. Und den werden wir entschlossen durchziehen.“



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