Ulm News, 24.04.2011 12:01
ratiopharm Ulm verliert das letzte Spiel der Saison mit 92:102 gegen Bremerhaven.
Das Finale der Saison 2010/11 verlief unterhaltsam aber ohne Happy-End, was nicht unwesentlich mit den Ereignissen der 33. Minute zu tun hatte. Nach seinem zweiten technischen Foul wurde Olatunde Adekola, der für Mike Taylor als Head Coach übernommen hatte, der Halle verwiesen. Rainer Bauer, eigentlich Trainer der NBBL, übernahm und bewertet den seltsamen Abgang später so: "Ich hatte eigentlich vor, einen netten Abend zu verleben, war aber darauf vorbereitet, einspringen zu müssen. Mehr will ich dazu nicht sagen."
Und bis zu Adekolas Abgang hatte Bauer tatsächlich ein unterhaltsames Spiel erlebt. "Ich wusste nicht, wie die Jungs auf die Situation reagieren würden, denke aber, sie haben es sehr gut gemacht und einfach befreit aufgespielt."
Tatsächlich waren dem Team von ratiopharm Ulm die besonderen Vorkommnisse dieser Woche (siehe "Das traurige Ende einer tollen Beziehung") nicht anzumerken. Mit einem wahren Offensivfeuerwerk warfen sich die Ulmer nach zehn Minuten eine 29:27-Führung heraus. Allein Big John Bryant hatte nach fünf Minuten 13 Punkte gesammelt. Doch nicht nur die Starting Five überzeugte, auch der "Bench Mob" spielten befreit auf. So durfte Marcel Heberlein bereits im ersten Viertel vier Minuten ran. Und getreu dem Motto "öfter mal was Neues" erhielten auch Michael Wenzl und Travis Walton ordentliche Spielanteile. Auch der zweite Anzug passte (34:27, 11.). Doch Bremerhaven, das in Ulm seine letzte Play-off-Chance wahrte, hat sich bald auf die ungewöhnliche Ulmer Aufstellung eingestellt: Mitte des zweiten Viertels führten die Gäste mit 41:36. Allerdings nur bis Captain Lee Humphrey und Sebastian Betz zwei Dreier zum 42:43 (16) versenkten. Kurz vor der Halbzeit stellte dann Per Günther mit drei Freiwürfen den 52:52-Ausgleich her. Und das Offensiv-Spektakel ging auch in den zweiten 20 Minuten hochkarätig weiter. Hauptdarsteller, wie so häufig wenn es um krachende Dunkings geht: Coleman Collins. Das 64:61 (25.) prügelte er mit so viel Wucht durch die Reuse, dass die Ulmer Bank kollektive die Handtücher fliegen ließ. Doch auch die Bremerhavener Offensive lief geschmeidig: In der 28. Minute versenkte Schwethelm seinen dritten Dreier zum 68:72. Die Antwort lieferte Betz - ebenfalls per Dreier zum 73:74. Dann der bizarre Abgang von Olatunde Adekola. In der 33. Minute kassierte der Coach sein zweites technisches Foul und verhalf Bremerhaven zu einer Serie von Punkten (77:85). Von diesem Schock erholten sich die Ulmer nicht mehr. Zwar versenkte Robin Benzing in der 39. Minute noch einmal einen Dreier zum 90:95, doch Rainer Bauer, der für Adekola übernommen hatte, konnte die Niederlage zum Saisonfinale nicht mehr verhindern.
Anschließend schrieben die Ulmer Basketballer Autogr
amme für die Fans. Hier an den Autogrammtischen war die Stimmung eher gedrückt - sei es wegen der Niederlage oder wegen der Vorgänge um die Entlassung von Trainer Mike Taylor, der die Ulmer Korbjäger acht Jahre lang betreut hat. Das Basketball-Management ging in der Halle nicht auf die Ereignisse ein. Es wurde lediglich auf eine Presseerklärung im Internet verwiesen, in der zwar erstmals von Fehlern auf beiden Seiten geschrieben wird, allerdings mit Vorwürfen gegen Taylor und seinen Manager nicht gespart wird, als müsse man so das eigene Verhalten rechtfertigen.
Gellende Pfiffe gab es lediglich für den ratiopharm-Geschäftsführer, der erklärte, dass ratiopharm als Hauptsponsor die Nicht-Weiterbeschäftigung von Taylor mit trage und hinter dieser Entscheidung stehe.
Darum ging es den pfeiffenden Fans auch gar nicht. Sie kritisierten auf Spruchbändern, dass Mike Taylor, der sehr viel für den Ulmer Basketball geleistet hat, nicht mit Anstand verabschiedet wurde - und keine Chance bekam, sich von den Fans z
u verabschieden.
Für ratiopharm Ulm spielten: Mason Griffin (5), Günther (8), Betz (6), Walton (2), Sonderleiter (2), Wenzl, Herberlein (3), Benzing (14), Humphrey (6), Fitzgerald (8), Collins (12), John Bryant (26).




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