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Ulm News, 15.04.2019 16:14

15. April 2019 von Ralf Grimminger
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53. Montreux Jazz Festival mit Thom Yorke, Sting, Bon Iver, Elton John und Slash - Starke Frauen auf der Bühne mit Joan Baez, Janet Jackson, Anita Baker und Rita Ora


Das Programm des 53. Montreux Jazz Festival präsentiert aktuelle Sounds, neue Trends und zeitlose Musik mit und von absolute Legenden der afroamerikanischen und britischen Musik. Vom 28. Juni bis zum 13. Juli können Musikfans am Ufer des Genfersees unter anderem Thom Yorke, Bon Iver, Slash, Elton John, James Blake, Rag’n’Bone Man, Sting, Tom Jones, Chick Corea, ZZ Top, Joe Jackson, The Chemical Brothers, Quincy Jones, Christian Scott aTunde Adjuah, George Ezra, $uicedeboy$, Cat Power, Jessie Reyez und viele andere erleben. Und dazu starke Frauen. Mit Janet Jackson, Lauryn Hill, Joan Baez, Anita Baker, Janelle Monáe und Rita Ora gastieren Künstlerinnen, die mit ihrer Musik Generationen geprägt haben. Garniert wird das Programm durch über 200 Gratis-Konzerte, Musikfilme, Musikwettbewerbe und lange Clubnächte.  Das Festival ist eines der renommiertesten in Europa und das grösste in der Welt nach dem kanadischen Montreal International Jazz Festival. 

Auditorium Stravinski

In einer Zeit, in der die Unmittelbarkeit von Online-Netzwerken innerhalb weniger Monate Karrieren pusht und zunichtemacht, setzt das Auditorium Stravinski seine eigene Interpretation des Zeitlosen fort und lädt Legenden mit starken Persönlichkeiten ein. So werden in der gemütlichen Atmosphäre des Auditorium Stravinski vor allem Individualitäten zu sehen sein: Bis auf zwei Ausnahmen kommen alle Stravinski-Headliner in ihrem eigenen Namen. Alle haben sie die amerikanische und britische Musik geprägt. Zunächst drei Frauen, die jeweils eine Generation von R&B und amerikanischem Pop geprägt haben: Janet Jackson, Ms. Lauryn Hill und Janelle Monáe. Erstere ist vor zwei Jahren für eine Show nach Montreux gekommen und hat Nina Simone geehrt, indem sie zwei ihrer Songs gespielt hat. Monae ist zurück beim Festival mit einem Album, das überall als eines der Besten des letzten Jahres gefeiert wird. Im Jahr 2010 schlich ein prominenter Gast hinter die Kulissen, um an ihrem ersten Konzert in Montreux teilzunehmen: niemand Geringerer als... Prince.  
Zwei Meister der Indie-Musik, Thom Yorke und Bon Iver, ziehen das Auditorium Stravinski in den Bann ihrer einzigartigen Melancholie. Thom Yorke feiert seine Rückkehr, 16 Jahre nach einem historischen Konzert mit Radiohead, während Bon Iver zum ersten Mal in Montreux spielen wird.
Nach einer äusserst rockigen Ausgabe im Jahr 2018 werden dieses Jahr ZZ Top und Slash die würdigen Vertreter dieses Genres sein. Der legendäre Gitarrist der Guns N' Roses wird seine treue Les Paul zum ersten Mal in Montreux zum Schreien bringen.
Diese Ausgabe ist von drei Abschiedstourneen geprägt. Das Montreux Jazz Festival ist für viele Künstler eine symbolische Etappe. Für Joan Baez mag es die Erinnerung an eine verrückte Jam-Session mit B.B. King im Jahr 1989 sein; für Anita Baker jene an ein einzigartiges Konzert mit George Duke und der Al Jarreau Band 1986. Für Elton John (im Saussaz-Stadion) war es die letzte Gelegenheit, das 1967 – im gleichen Jahr hat er seinen Lyriker Bernie Taupin getroffen – gegründete Festival zu entdecken. Zwei der beeindruckendsten Stimmen Grossbritanniens, durchdrungen von amerikanischem Blues und Soul, repräsentieren jeweils eine Generation: der unumgängliche Tom Jones und der Festival-Liebling Rag'n'Bone Man, der nach einem Gesundheitsproblem im vergangenen Jahr versprochen hat, nach Montreux zurückzukehren. Wir bleiben in England: George Ezra’s unfehlbarer Pop-Folk, das Kult-Duo The Chemical Brothers und der treue Freund des Festivals, Sting, zurück mit einer Tournee, die seine grössten Hits feiert. Quincy Jones wird diese Ausgabe mit der Neuinterpretation seiner herausragendsten Kompositionen der 80er-Jahre abschliessen – zusammen mit der Sinfonietta de Lausanne.

Montreux Jazz Club

Hier ist Jazz die Musik aller Möglichkeiten. Virtuosität, Raffinesse und Nähe werden in der gemütlichen Atmosphäre, in der die Zeit stillzustehen scheint, sehr geschätzt. Das im vergangenen Jahr eingeweihte House of Jazz hat alle seine Versprechen gehalten. Die neue Version des Montreux Jazz Club – grösser und in neuem Look – hat beim Publikum einen starken Eindruck hinterlassen. Einer der Höhepunkte dieser Ausgabe im Montreux Jazz Club: Der unerreichbare Joe Jackson feiert das 40-jährige Jubiläum einer facettenreichen Karriere zwischen New Wave-Hits, Dub-Einflüssen und JazzExperimenten. Zwei der beliebtesten Stimmen des zeitgenössischen Jazz treten zum ersten Mal im Montreux Jazz Club auf: die unbestrittene Königin des Crooning, Melody Gardot, und der unermüdliche Vocal-Forscher Bobby McFerrin. Was die legendären Billy Cobham und Chick Corea betrifft, sie werden in Montreux jeweils ein besonderes Projekt präsentieren: Ersterer wird anlässlich seines 75. Geburtstags sein Album Crosswinds zusammen mit Randy Brecker neu interpretieren, während Chick Corea mit seiner Spanish Heart Band einen Hauch Flamenco mitbringen wird – ein Verweis auf sein Album von 1976. Chilly Gonzales und Yann Tiersen – Piano-Genies mit der Fähigkeit, zu berühren, aber auch (und vor allem) Liebhaber von aussergewöhnlichen Experimenten. Beide werden den Club erstrahlen lassen. „Gonzo“ spielt dort an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, während die mystischen Harmonien des bretonischen Komponisten zum ersten Mal am Festival ertönen werden.
Zwei weitere Asse sind die aus New Orleans stammenden Christian Scott aTunde Adjuah und Terence Blanchard, die ganz einfach zu den besten Trompetern der Welt gehören und den Jazz hervorragend in Szene setzen. Ersterer, der letztes Jahr am Geburtstagsabend von Quincy Jones teilgenommen hat, hatte sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu vereinen und soziale Barrieren abzubauen. Der zweite, Spike Lee’s regulärer Komponist, ist sechsundzwanzig Jahre nach seinem Auftritt im Kreise der Jazz Messengers von Art Blakey, die er mit seinem A/B Squared-Projekt ehrt, wieder in Montreux dabei. „Den Gospel seinen afrikanischen Wurzeln näher bringen“ – so lautet das Motto dieses brillanten Projekts, das den malischen Afro-Pop von Amadou & Mariam mit dem amerikanischen Gospel der Blind Boys of Alabama verbindet. Afrika wird auch beim Eröffnungsabend des Montreux Jazz Club im Mittelpunkt stehen, mit dem Afrobeat von Seun Kuti, dem Kopf des legendären, von seinem Vater gegründeten Orchesters Egypt 80. Die brasilianische Delikatesse von Ivan Lins, das Blues-Gitarrenspiel von Robben Ford, das Quintett von Vincent Peirani oder die vielseitige Klasse von José James, dem Kimberose vorausgeht, runden die Partitur dieser 53. Ausgabe im Montreux Jazz Club ab

Montreux Jazz Lab

Als eine Art Momentaufnahme aktueller Sounds skizziert das Lab die Konturen der Musik von morgen. In einer elektrisierenden Atmosphäre erlebt das Publikum jedes Jahr die Stars von morgen. Seit der Geburtsstunde des Lab ist die Welt der elektronischen Musik ein fester Bestandteil, und diese Ausgabe stellt keine Ausnahme dar. Die aus Berlin kommenden Apparat und Modeselektor, die zuvor als Moderat gemeinsam unterwegs waren, werden ihre jeweiligen neuen Alben live präsentieren. Apparat mit den Multiinstrumentalisten und Virtuosen David August und Monolink, Modeselektor während des langen Abends am letzten Freitag. Den Abschluss des Abends bildet der Techno-DJ par excellence sowie Resident des Berghain, Ben Klock. Die charakterstarke Rita Ora, die diverse Hits gelandet hat, darunter 13 in den englischen Top 10, ist im Lab der globale Superstar dieser Ausgabe. Geheimnisvoll und faszinierend: Zwei Begriffe, die die Welt des FestivalLieblings James Blake sowie jene von Sevdaliza beschreiben, einer vollkommenen Künstlerin mit einem unwiderstehlichen Aufstieg. Beide treten am selben Abend auf. Ein Markenzeichen des Lab und seiner Programmgestalter: Abende, an denen alles zusammenpasst. Der Songwriter Lewis Capaldi, die entwaffnende Kanadierin Jessie Reyez und Dermott Kennedy, für die BBC „Sound of 2019“, sind alle versammelt. Diese drei sensiblen Seelen befinden sich jeweils in einer entscheidenden Phase ihrer Karriere und sind bereit durchzustarten. Lewis und Jessie haben bereits 2018 für einen Track zusammengearbeitet. Ebenfalls für einen Abend versammelt, kreisen Loyle Carner, Tom Misch und FKJ um ein hyperaktives South-London, mit Einflüssen aus Jazz und Hip-Hop. Starke Persönlichkeiten und Indie-Ikonen: Cat Power und Mac DeMarco werden jeweils ihr neues Album präsentieren. Erstere erzählt ohne Umherschweifen, dass sie die Ängste, die gestern noch an ihr genagt haben, überwunden hat. Letzterer ist mit Hymnen und berührenden Lo-Fi-Balladen bewaffnet, aber vor allem mit Humor und Selbstverhöhnung. Soul- und Funk-Akzente erobern sogar die Lab-Bühne! Festlich, unwiderstehlich, voller globaler Einflüsse – das Khruangbin-Trio und die beiden Kollektive Snarky Puppy und Jungle werden das Publikum ohne Zweifel in ihren Bann ziehen. Beim Hauptpfeiler des Lab, dem Hip-Hop, besteht die Tour de Force darin, völlig neue Kombinationen von Künstlern zu präsentieren, die in den kommenden Wochen Teil des populären Bewusstseins werden. Da wäre DER englischsprachige Abend mit den $uicideboy$ und Scarlxrd, mit explosiven Shows und einschüchternder Ästhetik. Fünf Sterne für die beiden französischsprachigen Abende: Der eine bringt Soolking, den algerischen Fahnenträger der Hymne „Liberté“, Koba LaD, Maes, PLK und SCH zusammen, der andere Suzane, L'Or du Commun und Columbine. Erwähnenswert ist auch Eddy De Pretto – am selben Abend auf der Bühne wie die überwältigende Grace Carter. Masego oder Fatoumata Diawara gehören ebenfalls zu den Künstlern, die man auf keinen Fall verpassen sollte, auch wenn während de n 16 Tagen Wahnsinn im Montreux Jazz Lab noch viele andere zu entdecken sind.
Garniert wird das Programm durch über 200 Gratis-Konzerte, Musikfilme, Musikwettbewerbe und lange Clubnächte bis in den frühen Morgen. Das Festival ist eines der renommiertesten in Europa und das grösste in der Welt nach dem kanadischen Montreal International Jazz Festival. 
Weitere Informationen und Ticketvorverkauf gibt es hier.



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