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Ulm News, 09.01.2019 01:04

9. Januar 2019 von Ralf Grimminger
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ratiopharm ulm verliert im EuroCup bei ASVEL Villeurbanne mit 93:89 Punkten


ratiopharm ulm verlor am Dienstagabend das EuroCup-Spiel bei ASVEL Villeurbanne nach einem packenden Spiel und toller kämpferischer Leistung knapp mit 93:89 Punkten. Die Ulmer Basketballer spielten ohne den verletzten Isaac Fotu und den grippekranken Dwayne Evans, hielten die Begegnung aber immer offen. Gegen den Tabellenführer der französischen Liga wäre an diesem Abend auch ein Sieg möglich gewesen, doch den Ulmern unterliefen 14 Ballverluste. Trotz Personalnot und wilder, hektischer Ulmer Schlussphase mit vielen Ballverlusten, in der eine ordnende Hand fehlte, spielte der erfahrene Kapitän Per Günther nur vier Minuten. Katin Reinhardt bekam dagegen wieder mehr Spielzeit und nutzte diese zu vier Dreiern, einen davon sehr spektakulär mit der Schlussirene aus über 14 Metern Entfernung. Beste Ulmer Werfer waren Patrick Miller mit 20 Punkten sowie Ryan Thompson und Javonte Green mit je 15 Punkten.   

Schon vor dem Abflug nach Villeurbanne hatte Thorsten Leibenath sein Team als krassen Außenseiter gegen den Tabellenersten der französischen Liga gesehen. Durch den kurzfristigen Ausfall von Isaac Fotu und Dwayne Evans hatte sich das Kräfteverhältnis noch deutlicher zu Gunsten der Gastgeber verschoben. „Von uns erwartet niemand einen Sieg, deshalb können wir befreit aufspielen“, hatte der Head Coach auf der Abschlusspressekonferenz gesagt – und Recht behalten. Denn der Außenseiter nutze die Chance, die er vermeintlich nicht hatte.
Trotz mehrerer Rückschläge ließen sich die Gäste nie abschütteln und verkürzten durch Katin Reinhardt 3,9 Sekunden vor dem Ende auf 91:89. So waren es am Ende Kleinigkeiten und zu viele Ulmer Ballverluste (17), die einem nicht für möglich gehaltenen Auswärtserfolg im Wege standen. „Trotz des kräftezehrenden Spiels gegen Bamberg und ohne unsere beiden Starter auf den großen Positionen ist meiner Mannschaft eine tolle Leistung gelungen“, so Leibenath nach der Partie. Die Ausfälle des verletzten Fotus, der nicht mit nach Frankreich gereist war, und des kurzfristig erkrankten Evans‘, machten sich direkt zu Spielbeginn bemerkbar.
Coach Leibenath beorderte Bogdan Radosavljevic zum zweiten und Max Ugrai zum ersten Mal in die Starting Five. Doch diese Startformation hatte zu Beginn überhaupt kein Fortune. Der 8:2-Rückstand nach vier Minuten hatte einerseits damit zu tun, dass Villeurbanne gegen seine Gewohnheit früh auf den Dreipunktewurf ging und zwei davon versenkte, und dass die Gäste drei hochkarätige Chancen liegen ließen. So sah sich ratiopharm ulm bereits einem frühen Rückstand konfrontiert bevor es so richtig los ging.
Da sich die Gäste allerdings weitestgehend auf ihre Verteidigung verlassen konnten, verkürzten sie den Rückstand zum Viertelende auf 24:19. Nach einem guten Start in Viertel zwei, als Schilling zunächst einen Günther-Pass durch den Ring donnerte und dann einen Ballverlust der Franzosen provozierte, hatte ratiopharm ulm zweieinhalb schwierige Minuten zu überstehen, in denen offensiv nicht mehr viel zusammenging. ASVEL bestrafte die Ulmer Schwäche mit einem 11:2-Lauf (37:23), ehe Ryan Thompson das Heft in die Hand nahm und persönlich für einen 8:0-Lauf seines Teams sorgte (37:31). Wenngleich ratiopharm ulm in der Folge in Schlagdistanz blieb, schlugen die Franzosen immer wieder Kapital aus Ulmer Fehlwürfen: Schnörkellos bestrafte Villeurbanne die zu schläfrige Rückwärtsbewegung der Gäste und zog bis zur Halbzeit wieder auf zehn Punkte davon (50:40).
Die Abwesenheit von Fotu und Evans ließ sich auch im Rebound-Verhältnis ablesen: sieben ihrer 16 Abpraller sicherte sich Villeurbanne am offensiven Brett. Doch im Gegensatz zum Bamberg-Spiel, das die Ulmer noch in den Knochen hatten, kam ratiopharm ulm wie die „Feuerwehr“ aus der Halbzeit. Mit einem 7:2-Lauf verkürzten die Gäste auf 52:47, ehe Radosavljevic mit einem unsportlichen Foul den Ulmer Run stoppte.
Und die Kleinigkeiten – ein gewagtes Alley-Oop-Anspiel von Akpinar auf Green oder die vier Dreier, die ratiopharm ulm zu Beginn der zweiten Halbzeit abgeben musste – machten aus einem knappen Spiel, einen Siebzehn-Punkte-Rückstand (70:53, 24.). Doch ratiopharm ulm kämpfte weiter. Mit viel Mühe und angeführt von Patrick Miller, der auch die schwierigsten Würfe traf, robbte sich ratiopharm ulm auf 78:65 heran, ehe Katin Reinhardt das Highlight des Spiels gelang: Mit Ablau f der Spielzeit versenkte er einen Dreier aus der eigenen H älfte zum Viertelende (78:68).
Kurios ging es weiter: Nach zweieinhalb korblosen Minuten, in den beide Teams je zwei Ballverluste fabrizierten, trafen erst Krämer von der Freiwurflinie und dann Akpinar aus der Distanz, ehe Reinhardt den Rückstand auf fünf Punkte drückte (78:75). Dann gelang den Franzosen mit einem 9:2-Lauf gegegn die nun wild anrennenden und sich immer wieder in der gegnerischen Verteidigung planlos festlaufenden Ulmer die vermeintliche Vorentscheidung (87:77, 37.), ehe Reinhardt das Spiel noch einmal ganz eng machte: Erst versenkte er einen schweren Dreier aus der Ecke, dann stellte der Amerikaner mit seinem vierten Treffer aus der Distanz 3,9 Sekunden vor dem Ende auf 91:89. Doch DeMarcus Nelson behielt nach dem taktischen Foul an der Freiwurflinie die Nerven, sodass bei 2,5 Sekunden auf der Uhr der letzte Angriff der Gäste keine Relevanz mehr hatte. Von den vier Dreiern, die Katin Reinhardt für seine persönliche Bestleitung im EuroCup traf, war nur der erste einfach. Den zweiten versenkte der „Pistolero“ aus 14 Metern Entfernung, den dritten direkt nach einem Fehlwurf und den vierten nach einer artistischen Dribbelbewegung inklusive Sprung hinter die Dreierline. Traf Reinhardt in der Vorrunde in neun Partien lediglich 27,5 Prozent seiner Dreier, versenkte er in Villeurbanne vier von sieben Versuchen.
Patrick Miller bestätige indes seine starke Leistung: Nach 15 Punkten (6/10 FG) gegen Frankfurt im ersten Top16-Spiel, steigerte er sowohl seine Trefferquote (9/11), als auch seine Produktivität (20 Pkt).



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