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Ulm News, 08.11.2018 17:17

8. November 2018 von Ralf Grimminger
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Hybridbusse fahren im Ulmer Nahverkehr - SWU investiert 2,3 Millionen Euro in die Fuhrpark-Erneuerung


Dreißig Tage vor der Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie 2 fahren auch die ersten Busse auf den Linien der SWU Verkehr elektrisch – teilweise zumindest. Das Unternehmen stellt sechs neue Mercedes-Gelenkbusse in Dienst, darunter fünf Busse des Typs Citaro hybrid. Drei davon sind gerade in Ulm eingetroffen und wurden jetzt öffentlich präsentiert. 

Hybrid heißt: Der Euro-6-Antrieb wird durch einen Elektro-Motor entlastet. Dieser schaltet sich zum Beispiel beim Anfahren des Busses zu und steuert Antriebskraft dann bei, wenn der Bus besonders viel Leistung braucht. Das senkt  den Kraftstoffverbrauch um bis zu 8,5 Prozent und mindert die Emissi-
onen. Die Hybridbusse werden bereits in den nächsten Tagen einge-
setzt, vornehmlich auf den Hauptlinien.
„Wir freuen uns, dass die letztes Jahr georderten Busse zeitgleich mit der Inbetriebnahme der Linie 2 eingetroffen sind. Damit wird die Elektromobilität im ÖPNV konsequent ausgebaut. Das ist ein gutes Signal für die Ulmer Luft“, sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch die neuen Busse. Das Kostenbewusstsein bleibt nicht außen vor. „Der Citaro hybrid kombiniert in idealer Weise den erprobten Diesel mit alternativen Antriebsformen. Der Grad der Elektrifizierung steht in einem optimalen Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit“, betonte SWU-Verkehr-Chef André Dillmann.
Für alle sechs Busse investiert die Stadtwerketochter rund 2,3 Millionen Euro.

Machbarkeitsstudie zur E-Mobilität im ÖPNV läuft

Ohnehin erarbeitet SWU Verkehr derzeit eine Machbarkeitsstudie zu Alternativantrieben. Die Studie soll Antwort geben auf die Frage, wie sich der Elektroantrieb mit den charakteristischen Ulmer Linienprofilen – lange Steigungsstrecken hoch zum Eselsberg, nach Jungingen und Böfingen – vereinbaren lässt. Ziel ist es, die Elektromobilität im Ulmer ÖPNV Schritt um Schritt auszubauen. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie soll Anfang 2019 vorliegen.

Hybridtechnik senkt Verbrauch und Emissionen

Die Hybridtechnik funktioniert so: Ein 14 Kilowatt leistender Elektro-
motor ist zwischen Euro-6-Motor und Getriebe integriert. Der Elektro-
motor schaltet sich zu, sobald der Bus viel Leistung zieht. Das ist
beim Anfahren und Beschleunigen der Fall oder bei der Bergauf-Fahrt. Der Elektromotor unterstützt auch den Leerlaufbetrieb. Somit entlastet der E-Motor das Diesel-Aggregat, was sich beim Verbrauch auszahlt. Die Kraftstoff-Ersparnis erreicht bis zu 8,5 Prozent.

Inklusive Energie-Rückgewinnung

Die Hybridtechnik nutzt sogar Energie, die normalerweise verpufft. Denn der Elektromotor dient zugleich als Generator: Er wandelt freiwerdende Bremsenergie in elektrische Energie um und speichert sie in Kondensatoren. Schon beim Wegnehmen von Gas wird Strom zurückgewonnen. Ein Abbremsen aus 50 km/h bis zum Stand lädt die Stromspeicher komplett auf. Für mehr Effizienz sorgt auch die neuartige Lenkung („intelligent eco steering“). „Intelligent“ heißt: Die elektro-hydraulische Lenkung greift erst ein, wenn der Fahrer das Lenkrad einschlägt und wirkt nicht, wie sonst üblich, permanent. Auch das senkt den Verbrauch.



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