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Ulm News, 16.07.2018 00:11

16. Juli 2018 von Ralf Grimminger
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11. Internationales Donaufest Ulm/Neu-Ulm: Heiteres Bekenntnis zu Europa - 350 000 Besucher an zehn Festtagen


Einen neuen Besucherrekord dürfte das 11. Internationale Donaufest 2018 sicherlich verzeichnen. Geschätzt mehr als 350.000 Besucher strömten an den zehn – fast durchweg sonnigen – Tagen auf das Festgelände an beiden Flussufern, wo vom 6. bis 15. Juli Kultur, Kunsthandwerk und Kulinarik aus den Regionen und Ländern entlang der Donau geboten wurde. Die Vielfalt und Anspruch, auf der das Programm ausgerichtet sind, wurden in diesem Jahr noch stärker ausgebaut und fanden Anklang wie nie zuvor – und das über alle Generationen und gesellschaftlichen Kreise hinweg. 

Grandioses Feuerwerk 

Ein grandioses Feuerwerk mit der passenden Musik dazu vom lmer DJ Roter Freibeuter hat am letzten Abend des 11. Internationalen Donaufestes rekordverdächtige Besuchermassen an beide Ufer der Donau gelockt.  Das großartige Feuerwerk erhielt Szenenapplaus. m vorletzten Tag des 11. Internationalen Donaufests erlebten die Zuschauer in Ulm und Neu-Ulm wunderbare Momente. Auf Neu-Ulmer Seite gab es am Abend Zirkusvorführungen und eine Feuershow und im Donausalon auf Ulmer Seite sorgte die Stutgarter Band "Fezzmo" mit Hochgeschindigkeits Balkan Brass für Stimmung und das richtige Donaufestfeeling in dieser ungewöhnlich lauen Sommernacht - nach harten und überlauten HipHop und Rock-Konzerten an den Tagen zuvor. Die Besucher rund um den Donausalon konnten sich so bestens auf den Höhepunkt, das Klangfeuerwerk, eingrooven. Um 22.30 Uhr gab dann Bernd Leitner vom Organisationsteam, das den Zugang zur Stadtmauer aus Sicherheitsgründen sperren ließ,   das Kommando: Feuer frei. In der folgenden Viertelstunde erlebten die Zuschauer dann ein Pyro-Spektakel  der Sonderklasse, das von spontanem Beifall, viel Ahhhs und Ohhhs begelitet wurde. Und auch danach saßen die Festbesucher noch lange an der Donau und genossen den Abend. 
Auch am letzten der zehn Festivaltage spielte das Wetter mit. Das Brückenfrühstück, zudem viele Teilnehmer aus Ulm und Neu-Ulm gekommen waren, konnte wie geplant stattfinden. Die für Sonntag angekündigten Unwetter machten einen Bogen um Ulm und Neu-Ulm. 
Zehn Tage lang hat das Internationale Donaufest Menschen, Kulturen, Sprachen, Musik, Tänze und Kulinarisches aus zehn Donauländern und Regionen an den beiden Ulmer und Neu-Ulmer Ufern der Donau zusammengebracht.

Gelungener Start

Zum Eröffnungswochenende kamen zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft aus den Donauländern angereist, um mit den Menschen aus der Region gemeinsam das Fest der Begegnung und der Vielfalt zu feiern. In den Arbeitstreffen abseits vom Fest brachten die Partner Dank und Wertschätzung zum Ausdruck, einerseits durch ihre Teilnahme mit zahlreichen ranghohen Vertreterinnen und Vertretern und andererseits für die Rolle von Ulm und Neu-Ulm als Plattform und Netzwerkpartner, unter anderem in den Bereichen Wirtschaftsentwicklung, Verwaltungsaustausch, europäische Projektarbeit und Kultur entlang der Donau. 
Einen kulturellen Ausklang der Arbeitstreffen gab es am ersten Samstag bei der gemeinsamen Jazzsession von Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch – dies auch sein „besonderes Donaufest-Erlebnis“ – mit Aleksandar Dujin und Nevena Reljin aus Novi Sad und Berthold Fischer aus Ulm. „Daneben aber waren es auch die Begegnungen mit den Kollegen aus den anderen Donaustädten, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur und Wirtschaft. Mir haben diese Gespräche und Kontakte erneut verdeutlicht, dass trotz Unterschieden doch das Gemeinsame bei weitem überwiegt – was im Alltag manchmal etwas unterzugehen scheint."
Oberbürgermeister Gunter Czisch fasst zusammen: "Unser diesjähriges Internationales Donaufest war eine wunderbar heitere Manifestation des gemeinsamen europäischen Kulturerbes und der Zusammenarbeit entlang der Donau. Wir Ulmer und Neu-Ulmer durften wieder Gastgeber sein und haben zehn Tage lang ein tolles Fest mit Menschen aus zehn Ländern feiern dürfen – danke auch an das gesamte Donaufest-Team für seinen großen, großen Einsatz!“

Begegnung – Austausch – Verständnis

Mit diesen drei Worten skizziert Gerold Noerenberg, Oberbürgermeister von Neu-Ulm, die Bedeutung des Donaufestes, denn: „Das Donaufest bietet, wie vermutlich kaum ein anderes Fest, die Möglichkeit, mit Menschen der unterschiedlichsten Nationen ungezwungen in Kontakt zu treten. Man begegnet sich und tauscht sich aus. Man erzählt von sich und erfährt im Gegenzug viel von anderen. Durch das Erfahren, das Voneinander- und das Übereinander- Lernen erwächst Verständnis. Toll ist, dass diese Erfahrung beim Donaufest bereits Jugendliche machen können. Dank des Donaujugendcamps kommen Jugendliche aus den Anrainerstaaten der Donau nach Ulm und Neu-Ulm. Sie bringen ihre eigene Kultur mit, lernen sich gegenseitig kennen und tragen so von unserer Doppelstadt aus den Sinn und Zweck eines geeinten und friedlichen Europas in ihre Länder.“ Beeindruckt war und ist der Neu-Ulmer Oberbürgermeister von der Lebensfreude der Menschen aus dem Balkan. „Die Vertreter der Donauländer haben für mich die Leichtigkeit des Seins in unsere Doppelstadt gebracht. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir einige Begegnungen am Abend des Halbfinalspiels England gegen Kroatien. An einem kroatischen Essensstand konnte ich live miterleben, wie rechtzeitig zum Spielbeginn die Küche kalt blieb und alle sich um einen großen Fernseher hinter dem Stand versammelt haben. Der Jubel über die beiden Tore der Kroaten war unbeschreiblich. Ihre Freude über das Erreichen des WM- Finales haben sie kurzerhand mit den Gästen geteilt und für jedes geschossene Tor Wein spendiert. Das war gelebte Gastfreundschaft in Kombination mit zelebrierter Fußballfreude!“

Starkes Bekenntnis für ein geeintes Europa

„Seit nunmehr 20 Jahren setzen die Städte Ulm und Neu-Ulm mit dem Internationalen Donaufest einen besonderen Akzent für eine friedliche und freiheitliche Verständigung der Völker im Donauraum. Das ist auch dieses Jahr mit der 11. Auflage des Festes in besonders beindruckender Weise gelungen.“ So das Fazit von Martin Bendel, Erster Bürgermeister, und Geschäftsführer des Donaubüros für die Stadt Ulm. „Bewährte Veranstaltungen wie das Donau-Jugendcamp und etablierte Angebote wie der Kunsthandwerkermarkt haben ebenso zum Gelingen des Festes beigetragen wie neue Formate, zum Beispiel die Kontaktbörse Donau-Save. Schön ist, dass das Festprogramm einen bunten Blumenstrauß aus allen unseren vielfältigen Donauaktivitäten in Ulm und Neu-Ulm hervorgezaubert hat. Sei es in Kunst und Kultur, Musik und Literatur, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – auf allen Handlungsfeldern haben wir viele Menschen angesprochen und Besucherrekorde erzielt. Auch dank des guten Wetters ist uns damit das gelungen, was wir mit dem Donaufest erreichen wollen: Dass sich Menschen in und aus dem Donauraum begegnen und sich ihrer Kultur, ihrer Tradition und ihrer gemeinsamen Zukunft bewusstwerden. Mit dem 11. Internationalen Donaufest haben Ulm und Neu-Ulm damit wieder ein starkes und glaubwürdiges Bekenntnis für ein geeintes und solidarisches Europa gesandt.“

Das blaue Band verbindet

Für Ralph Seiffert, Fachbereichsleiter Schulen, Kultur, Sport und Soziales bei der Stadt Neu- Ulm und ebenfalls Geschäftsführer des Donaubüros ist das Internationale Donaufest von immenser Bedeutung für Ulm/Neu-Ulm und den gesamten Donauraum, denn: „Wir haben hier die Möglichkeit eine Begegnungsplattform zu schaffen und wir nutzen diese. Die Donau trennt uns nicht, sie verbindet uns – und zwar die Städte Neu-Ulm und Ulm und diese beiden Städte mit den Städten und Ländern des Donauraumes. Das blaue Band verbindet uns bis ins Delta, schafft die Möglichkeit Wissen auszutauschen, Kulturen auszutauschen und somit die Möglichkeit weiter den Acker Europas fruchtbar zu bestellen.“ Für ihn sind es „ganz viele besondere Momente, oftmals auch kleine, die nur eine Summenbetrachtung erlauben, die das ganze Fest – in jeder Facette – zu etwas Besonderem machen.“ Für ihn muss „das diesjährige Internationale Donaufest nun auch die letzten Zweifler verstummen lassen. Das Programm stimmt. Die Organisation stimmt. Die Melange aus Fachtagungen, politischem Diskurs und sozialkritischen Themenstellungen, Kulinarik und Kultur scheint in jeder Faser des Festes durch, ist auf dem Gelände spürbar und verleiht dem Internationalen Donaufest seinen ureigenen Charme und seine Liebenswürdigkeit.“

Liebevolle Hommage an den Fluss

Eigens für das 11. Internationale Donaufest konzipiert und aufgeführt wurde das Donau- Varieté „Die perfekte Welle“. Regisseur Karlheinz Helmschrot gestaltete gemeinsam mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, Rumänien und der Ukraine eine liebevolle Hommage an den Fluss, der 10 Länder und zahlreiche Kulturen verbindet – bewegte Körper schufen bewegende Momente. Das Ensemble nahm das Publikum mit auf eine spektakuläre Reise entlang der Donau, gespickt mit artistischen Höchstleistungen und live begleitet von der großartigen Sängerin Oana C?t?lina Chi?u und Dejan Jovanovic am Akkordeon.

Weltpolitische Reflexionen

Mit den Texten eines großen, leidenschaftlichen Europäers wurde das literarische Programm eröffnet. Im voll besetzten Stadthaus las ein Star des deutschen Films und Fernsehens, Katja Riemann, Textpassagen aus „Die Welt von gestern – Erinnerungen eines Europäers“ von Stefan Zweig. Die Schauspielerin trug die weltpolitischen Reflexionen Zweigs souverän sachlich vor, wurde zunehmend emotional erzählend bei den ausgewählten Reiseberichten und Idyllen. Fortgesetzt wurde das Literaturprogramm im Donauschwäbischen Zentralmuseum. Im Format „Literatur und Geschichte“ waren hier die ukrainische Autorin Sofia Andruchowytsch und der serbische Schriftsteller Bora Lisil zu Gast.
Zum Abschluss der durchweg gut besuchten Reihe gab es hier ein Podiumsgespräch mit Historikern und Journalisten aus vier Ländern. Fast schon einen Kultstatus beim Literaturpublikum hat der „Literarische Absacker“ erreicht – an sechs Abenden wurde zum Ausklang des Donaufestes im Künstlerhaus von Schauspielerinnen und Schauspielern des Theater Ulm Prosa und Lyrik von zeitgenössischen Autoren aus den Donauländern gelesen. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxMusik bewegt die Menschen „Musik hat Kraft, Musik bewegt die Menschen emotional. Jede Kunst, ob Literatur oder Malerei, kann Menschen durch ihre spirituellen Qualitäten erreichen, aber Musik wirkt am unmittelbarsten. Und im Fall von „The Armed Man“ geht es auch um die Texte, um eine Friedensbotschaft. Manche Zuhörer weinen, das ist eine unglaubliche Erfahrung, die mich dankbar macht. Aber ich weiß: Das Stück bewegt die Menschen in diesem Moment, und wenn dieser Augenblick vorbei ist, wird die Welt nicht einfach besser. Es ist schon so viel großartige spirituelle Musik von viel besseren Komponisten geschrieben worden, und trotzdem ist die Welt voller Konflikt und Krieg.“ So der walisische Komponist Sir Karl Jenkins über den Einfluss von Musik und sein Werk „The Armed Man – A Mass For Peace.“ Die Friedensmesse, die Jenkins im Jahr 2000 während des Kosovo-Kriegs komponierte, wurde am zweiten Wochenende des Donaufestes in der vollbesetzten Ulmer Pauluskirche in Kooperation mit den 29. Schulchortagen Baden- Württemberg von vier Schulchören aus vier Donauländern und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Ulm aufgeführt. Zuvor wurde im Klassikbereich auf hohem Niveau der vierte Donau-Instrumentalwettbewerb ausgetragen, in diesem Jahr war das Instrument die Klarinette. Eindrucksvoll bewiesen die jungen Talente beim Abschlusskonzert in der Musikschule Ulm, wohin ihr Weg noch führen könnte. Neben den diesjährigen Preisträgern Nemorino Scheliga (Staatliche Hochschule für Musik und Bildende Kunst, Stuttgart, 1. Preis) und Oleg Shebeta-Dragan (Ukrainian National Tchaikowsky Academy of Kiew/Ukraine, 2. Preis) waren auch die Erstplatzierten aus dem Jahr 2016 (Violine) da: Katarina Kutnar aus Zagreb und Dusan Panajotovic aus Belgrad lösten den zweiten Teil ihres Preises ein: ein Konzert als Solist mit dem Philharmonischen Kammerorchester Ulm.

Magische Momente

„Ich bin sehr berührt und hatte Gänsehaut“, sagte Rainer Markus Walter, künstlerischer Leiter für den Donausalon und die Weindorfbühne, am ersten Abend seines musikalischen Begegnungsformats IDF-Factory, das beim Donaufest 2014 seine Premiere hatte.
Die Idee, Grenzen zu überwinden und neue musikalische Horizonte zu entdecken, steckt hinter diesem Projekt: Jeweils zwei Bands aus zwei Donauländern präsentieren bei diesen speziellen Konzerten die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Probentage. Mit Little Big Sea aus Wien und Meszecsinka, einer ungarisch-bulgarischen Formation, verschmolzen die unterschiedlichen Klangfarben zu einer Einheit.
Beim zweiten IDF-Factory-Abend – ganz im Zeichen des Rap – traf die Ulmer Hip-Hop-Crew Lemmiwings auf Mar?elo, die serbische Rapinstanz schlechthin. Der Protagonist Marko Šeli? gilt als Sinnbild für das weltoffene Denken in Osteuropa und ist bekannt für seine sozialkritischen und politischen Songtexte und einfallsreiche Arrangements, bei denen die Genres verschmelzen. Für das Publikum, die beteiligten Musikerinnen und Musiker und den künstlerischen Leiter waren Zusammenspiele aus den gemeinsamen Probetagen „magische Momente“. Der Donausalon, als „Schaufenster der Popkultur entlang der Donau“ mittlerweile beim Publikum angekommen und etabliert, bot ein breites Spektrum an Musikrichtungen und „war in diesem Jahr gefühlt noch besser besucht als die Jahre zuvor, obwohl wir dies kaum noch für möglich hielten,“ freut sich Rainer Markus Walter über den überwältigenden Zuspruch.
Als Publikumsmagnet erwies sich in diesem Jahr auch einmal mehr die Bühne im Weindorf, auf der mit kleineren Formationen und eher akustischen Instrumentierungen der Bogen von Folk über Swing bis zu Latin-Rhythmen und Gypsy Jazz gespannt wurde. Menschentrauben unterschiedlicher Generationen um die Bühne herum und ausgelassene, heitere Stimmung prägten hier das musikalische Geschehen.
Allerdings gab es am Abend und in der Nacht im Weindorf kein Musikprogramm, wobei sich gerade hier in der schönsten Ecke des Ulmer Festgeländes mit Folk, Walzer oder ruhigem Gypsy-Jazz eine wunderbare Heurigen-Atmosphäre entwickeln hätte könne. Dies auch weil vielen Besuchern die oftmals sehr an europäische oder amerikanische Hörgewohneinheiten orientierten Lieder oder Stile der Bands im Donausalon zu krachig und zu laut waren und die Konzerte zu wenig  Hinweise auf musikalische Wurzeln des Balkan enthielten.     

Vor der Bühne getanzt und gefeiert

„Auf der Bühne Neu-Ulm war eigentlich immer klasse Stimmung. Täglich haben zahlreiche Menschen den Platz gefüllt und vor allem an den Wochenenden platzte er fast aus allen Nähten. Die Gäste haben getanzt, gefeiert und das zu ihnen eigentlich völlig unbekannten Bands. Das zeigt uns, dass die Qualität des Musikprogramms sehr hochwertig ist und es sich herumgesprochen hat, dass man eigentlich immer hierherkommen kann und gute Stimmung herrscht. Das Publikum vertraut uns.“ Bernd Leitner, dem künstlerischen Leiter für die Neu- Ulmer Donauseite, ist es auch in diesem Jahr gelungen, mit seinem Mix aus weltmusikalischen Gewässern entlang der Donau ein breit gefächertes Publikum anzusprechen und auch die Bühne Neu-Ulm endgültig zu einem zentralen Spielort zu etablieren. Auch das Familien- und Kinderprogramm, das am Neu-Ulmer Ufer einen weiteren Schwerpunkt bildet, wurde in diesem Jahr wieder sehr positiv aufgenommen und war stark frequentiert.

Neid hat keinen Platz

„Irgendwie ergreifend“ ist für Frauke Kazda, Marktleiterin des Internationalen Donaufestes, die Herzlichkeit unter den Ausstellern auf dem Markt der Donauländer. Bereits während der Aufbauphase hatten sich Wiedersehensfreude und reger Austausch jenseits der Nationen und Grenzen abgezeichnet. „So haben etwa die bosnischen Teilnehmer die kroatischen beim Aufbau ihres Standes unterstützt und am Ende des Tages kann man die Kunsthandwerker auf Picknickstühlen hinter den Ständen zusammensitzend und Wein trinkend antreffen. Neid hat dabei augenscheinlich keinen Platz, trotz der sich natürlich unmittelbar ergebenden Konkurrenzsituation.“ Mit der Publikumsresonanz zeigten sich alle Markleute mehr als zufrieden. Die Workshops und interaktiven Angebote der Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker waren stark frequentiert und auch die – in diesem Jahr neue – Schaukunstbühne wurde vom Publikum sehr gut angenommen. In den drei Themenzelten auf dem Markt waren die Schwerpunkte „Tourismus & Nachhaltigkeit“, „Zivilgesellschaft & Kultur“ und „Europäische Geschichte“. Hier wurden zahlreiche Aktivitäten und Projekte entlang der Donau vorgestellt und Koordinator Helge Meyer hatte hier gemeinsam mit den Netzwerkpartnern aus den Donauländern ein vielfältiges – auch soziale und gesellschaftspolitische Aspekte beleuchtendes – Programm zusammengestellt. Erstmals gab es auch spezielle Aktionen für Schulklassen, die rege genutzt wurden.

Der Traum vom friedlichem Europa

Unter dem Motto Europa sind wir trafen sich 84 junge Erwachsene beim Internationalen Donaujugendcamp 2018 in Ulm und Neu-Ulm. Sie kamen aus Ulm, Freiburg, Esslingen, Sanktanna, aus Odessa, aus Osijek, aus Mediasch und aus Varna, aus Zagreb und aus Banja Luca, aus Orlova und aus Wien und aus vielen vielen anderen Städten und Dörfern des Donauraumes. Sie kamen mit Meinungen, Vorurteilen und einem großen Koffer historischer Erfahrungen der Eltern und Großeltern. Vor allem aber kamen sie mit Erwartungen. „Dass ihre und unsere Erwartungen (Organisatoren und Referenten) positive Ergebnisse zeigten, verdanken wir alle einem Traum, dem Traum von einem friedlichen Europa“, so Swantje Volkmann, Initiatorin und Projektleiterin des Internationalen Donaujugendcamps. „Die Jugendlichen des Donaujugendcamps haben in einer Woche gelernt, gelacht, getanzt und gespielt. Sie haben diskutiert und gestritten, vor allem aber haben sie selbst erlebt, wie es ist in und mit Kontrasten zu leben.
13 Nationalitäten haben gelebt und erlebt, was in Europa alles möglich wäre, welche Potentiale unser Kontinent in sich trägt und wie viel wir alle bewegen können. Unvergessen bleibt uns allen die Abschlusspräsentation, die mit dem „Untergang der MS Habsburg“ ein mehr als schwieriges Thema aufgriff, dass von den Jugendlichen aber mit Würde und einem unglaublich optimistischen Ausklang, nämlich der Aufforderung, tun wir etwas für Europa für unsere gemeinsame Heimat, endete. Unvergessen bleibt allen, die dabei waren, Darias Solo „Zusammen sind wir Europa, gemeinsam an der Donau“. Wir freuen uns auf unser nächstes Camp.“ Als ein einziges, großes Highlight bezeichnet Tobias „Bobbes“ Schmid von der Popbastion das weitere große Begegnungscamp, das donau.pop.camp. „Die Popcamp-Woche war spannend und extrem interessant und die Teilnehmer selbst waren so begeistert wie ich. Alle waren dankbar, dass sie dabei sein konnten, neue Freunde und Musiker kennenlernten. Sie verbinden sich und kreieren Netzwerke und merken, dass es überall auf der Welt auch so Leute gibt die so ticken wie wir. Es ist schön zu sehen, wie wir hier zu einer großen Gruppe zusammengewachsen sind aus Menschen, die das Herz einfach am rechten Fleck haben.“

Die Zukunft liegt in Kooperationen

Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus acht Donauländern kamen zur Fachkonferenz „Transdanube Pearls“, ein EU-Projekt zur nachhaltigen Mobilität entlang der Donau. Das Projekt vereint Organisationen, welche an verschiedenen Orten entlang der Donau arbeiten und versuchen, Vorzeigebeispiele für nachhaltige Mobilität zu sein. Vertreten waren internationale Projektpartner, Ministerien und Kooperationspartner, sowie regionale Akteure – etwa der Stadtverwaltungen Ulm und Neu-Ulm, der Fahrradverbände, von BUND, DING und ADFC, sowie die Landkreise im Bereich Mobilität.
„Aus der Zusammenkunft resultierende Ergebnisse sind Konzepte zu nachhaltiger Mobilität, so zum Beispiel die Idee „Urlaub vom Auto“– also die alternative Urlaubsreise, die auf ein Auto verzichtet“, fasst Projektleiterin Veronika Wierer vom Donaubüro zusammen. Dies sei eine Win-win-Situation für Klima, Mensch und die heimische Wirtschaft.
Die Zukunft der Donauländer liege in Kooperationen. Dies ginge mit einem Verzicht auf Konkurrenzdenken im Donauraum und dem Willen, stattdessen zusammenzuarbeiten einher. Man denke auch darüber nach, eine überregionale Marke zu kreieren, um gemeinsam die Attraktivität der Donauregion zu fördern.

Gemeinsam den Donaufest-Spirit gelebt

„Die großartige, friedliche Stimmung und die tolle Atmosphäre auf den drei zentralen Bühnen und dem Markt der Donauländer an den beiden Ufern hat sich sowohl bei den Künstlerinnen und Künstlern, bei den Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern als auch den Gastronomen herumgesprochen. In jedem Bereich gab es viel mehr Anfragen als Kapazitäten vorhanden sind. Das Team ist in der glücklichen Lage, die Akteure auswählen zu können und kann sowohl bei der Programmgestaltung als auch bei der Auswahl der Marktbeschicker aus dem Vollen schöpfen. So konnten wir in diesem Jahr die Vielfalt und das Niveau nochmals deutlich steigern,“ freut sich Sebastian Rihm, der Leiter des Donaubüros Ulm/Neu-Ulm.
„An den 10 Festtagen wird von allen Akteuren gemeinsam der „Donaufest-Spirit“ gelebt, der das Fest trägt und es zu einem einzigartigen Fest macht. Wenn man beim abendlichen Spaziergang über das Donaufest unterschiedlichste Menschen sieht und erlebt, wie sie zusammensitzen, sich begegnen und über die Kulturen und Länder entlang der Donau sprechen, so wird einem der wahre und bleibende Wert des Donaufestes bewusst. Ganz besonderer Dank geht an mein Team für den tollen Einsatz mit viel Herzblut und Leidenschaft.“



Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

09.07.2018 : 10:00 Uhr

11. Internationales Donaufest



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