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Ulm News, 11.02.2018 14:22

11. Februar 2018 von Ralf Grimminger
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Entgleister Zug im Ulmer Hauptbahnhof blockiert zehn Stunden lang zwei Bahnlinien


Ein leerer Triebzug entgleiste am Samstagmittag im Ulmer Hauptbahnhof und störte damit den Bahnverkehr erheblich. 
Text/Foto: Thomas Heckmann

Kurz nach halb eins mittags rangierte ein Lokführer zwei miteinander gekuppelte zweiteilige Triebzüge im östlichen Gleisbereich. Geplant war, dass der Zug kurz darauf von Ulm nach Weißenhorn fährt. Unterhalb der Zinglerbrücke fuhr die Rangierfahrt über eine Weiche, die sich umstellte, während der Zug darüber fuhr. Von den drei Drehgestellen des einen Zuges entgleiste eine Achse des mittleren Drehgestelles.
Dadurch war eine Weiterfahrt unmöglich. Fahrgäste waren während der Rangierarbeiten keine im Zug, es wurde daher auch niemand verletzt. Ungünstig war der Ort der Entgleisung, denn über diesen Bereich mit mehreren Weichen führt von Ulm aus nicht nur die Strecke über Neu-Ulm nach Weißenhorn sowie nach Memmingen und ins Allgäu, auch die Strecke Erbach-Friedrichshafen führt dort entlang. Abfahrten aus Ulm waren damit nicht mehr möglich, nur noch die Züge, die von Neu-Ulm weiter in Richtung Augsburg fahren oder von dort kommen, konnten die Unfallstelle passieren. Mit einem in Ulm stationierten Hilfszug kamen Fachleute zur Unfallstelle. Da die entgleiste Achse nicht nur auf den Schienenkopf aufgelaufen war, sondern auf der Schienenaußenseite abgerutscht war, musste das entgleiste Drehgestell aufwändig angehoben werden. Nachdem mit Holzbalken ein fester Untergrund geschaffen war, wurde der Triebzug mit hydraulischen Pressen angehoben und die Achse wieder an ihre ursprüngliche Stelle gedrückt. Dann musste der Zug noch von der falsch gestellten Weiche heruntergefahren werden. Die Arbeiten dauerten bis 23 Uhr in der Nacht. Während der zehnstündigen Bergungsarbeiten musste die Bahn einen umfangreichen Ersatzverkehr organisieren. 15 Zugfahrten fielen komplett aus, 77 Züge fielen zwischen Ulm und Erbach sowie zwischen Ulm und Neu-Ulm aus. Durch die Sperrung kam es bei 31 weiteren Zügen zu Verspätungen. Die vielen Fahrgäste am ersten Samstag der Winterferien wurden zum Großteil mit Bussen befördert, die zwischen Ulm und Erbach pendelten. Alle Züge vom Bodensee endeten in Erbach und fuhren von dort wieder zurück an den Bodensee. Die Züge nach Weißenhorn fielen komplett aus. Zwischen Weißenhorn und Senden pendelten Taxis, die die Bahn bezahlte. Ab Senden ging es bis Neu-Ulm weiter mit den Zügen, die aus dem Allgäu kamen. In Neu-Ulm musste wieder umgestiegen werden, entweder in Stadtbusse oder in Nahverkehrszüge, die von Günzburg kamen und nach Ulm weiterfuhren. Immer wieder tauchten verärgerte Reisende am Busbahnhof auf. Ständige Durchsagen auf den Bahnsteigen informierten über die Ersatzbusse zwischen Ulm und Erbach. Da Ortsfremde nicht wissen konnten, dass es über Erbach nur an den Bodensee geht, aber nicht ins Allgäu, schleppten sie ihr Gepäck an den Busbahnhof. Dort standen zwei geduldige Bahnmitarbeiter bereit, die jeden einzelnen Fahrgast ansprachen und Hilfestellung gaben. Viele mussten dann wieder zurück in den Bahnhof, um dort in Nahverkehrszüge nach Neu-Ulm zu steigen, von dort ging es dann weiter ins Allgäu.
Der ungewöhnliche Fall, dass gleich zwei Bahnstrecken blockiert waren und nicht oft genug auch die Fernziele bekanntgeben wurden, führte zu viel unnötigem Fußmarsch und zu verpassten Zügen. Am Wochenende konnte die Deutsch Bahn noch keine Angaben machen, warum die Weiche umgestellt wurde, während der Zug darüber fuhr und auch die Höhe des entstandenen Sachschaden ist noch unbekannt. 



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