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Ulm News, 29.10.2015 00:00

29. Oktober 2015 von Ralf Grimminger
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Brutaler Mord an Rafael Blumenstock vor 25 Jahren mitten in Ulm - Täter immer noch nicht ermittelt


Es war ein brutales, schreckliches Verbrechen: In der Nacht zum 4. November 1990 wurde der damals 28-jährige Rafael Blumenstock mitten in der Ulmer Innenstadt auf dem Münsterplatz zusammengeschlagen, zusammengetreten und bestialisch mit 21 Messerstichen umgebracht. Nach wie vor sind der oder die Täter des grausamen Verbrechens nicht ermittelt und auf freiem Fuß. 

Das Verbrechen schockierte Ulm. Denn der oder die Täter sind mit äußerster Brutalität vorgegangen. Die Leiche des 28-jährigen Mannes wurde entsetzlich zugerichtet. Die Leiche wurde am Morgen des 4. November zwischen Blumenkübeln und einem geparkten Auto gegenüber der Firma Abt entdeckt. Das Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. So war die Nase abgeschnitten. Außerdem gab es am ganzen Körper 21 Stich- und Schnittverletzungen sowie Spuren von massiver Gewalt wie Fußtritte oder Faustschläge. Auch die Genitalien des Opfers waren verletzt. Es brauchte deshalb einen Tag, bis das so übel zugerichtete Opfer identifiziert werden konnte. 
Die Polizei ermittelte in alle Richtungen. Es kann ein Raubmord sein oder eine Tat in der Schwulenszene, der das Opfer zugerechnet wird. Möglich ist auch eine Tat mit rechtsradikalem Hintergrund. Rafael Blumenstock war in dieser Nacht in der Innenstadt in verschiedenen Lokalen unterwegs, wohl zuletzt im Nachtlokal "Aquarium" in der Kohlgasse, in dem der amerikanische Sänger Percy Sledge ("When a man loves a woman") ein Konzert gab und die Ulmer Nice Society feierte.
  Das brutale Verbrechen mitten in der Stadt ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Ulmer Polizei hofft weiter, dass der oder die Mörder eines Tages doch noch gefasst werden können. Vermutlich waren mehrere Männer an dem äußerst brutalen Mord beteiligt, weil eine Anwohnerin am Münsterplatz am Morgen des 4. November 1990 immer wieder Schreie hörte. Als sie aus dem Fenster schaute, sah sie drei Männer, die in einem Sportwagen wegfuhren. Ob diese Männer etwas mit der Tat zu tun haben, ist nach wie vor unklar. Sie haben sich bislang aber auch nicht als Zeugen gemeldet.
Die Ulmer Bevölkerung war seinerzeit entsetzt. Schließlich konnte und kann nicht ausgeschlossen werden, dass der damals 28 jahre alte Rafael  Blumenstock ermordet wurde, weil er homosexuell war. Die Fußabtritte im Gesicht könnten von Springerstiefeln stammen. Obwohl die Polizei mit Sonderkommissionen nach den Tätern suchte und hohe Belohnungen ausgesetzt wurden, konnte der oder die Täter bislang noch nicht ermittelt werden.  Der Schmutz unter einem Fingernagel von Raphael Blumenstock ist die Wichtigste von vielen Spuren.
Zehn Jahre nach der Tat untersuchte die Kripo diesen Schmutz auf DNA-Strukturen. Dabei wurde klar, dass dieser Dreck von einem anderen Menschen als Rafael Blumenstock stammt. Es könnte DNA-Material des Täters sein. Die Polizei verglich diese genetischen Spuren mit der DNA von 118 verdächtigen Personen. 115 Personen geben ihre Proben freiwillig ab. Drei werden vom Gericht dazu gezwungen, auch ein Mann, der mittlerweile in Spanien lebt. Es wurden jedoch keine übereinstimmenden Spuren bei diesen Verdächtigen gefunden. 
Die Polizei gibt die Suche nach den brutalen Mördern nicht auf, weil die Spuren am Tatort mit immer neueren Techniken ausgewertet werden können. Eine Gedenktafel am Ulmer Münsterplatz erinnert heute an das brutale Verbrechen und an Raphael Blumenstock. Die Ulmer Polizei (Telefon 0731/188-0) sucht weiter nach dem Mörder.



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