Ulm News, 11.11.2014 11:34
IHK-Konjunkturumfrage für den Landkreis Neu-Ulm: Kritischer Blick in die Zukunft
Auch wenn die Neu-Ulmer Betriebe mit ihrer aktuellen Geschäftslage überaus zufrieden sind, so hinterlässt die gebremste Nachfrage doch erste Spuren. Deutlich mehr Firmen als noch im Frühjahr berichten von einem gesunkenen Auftragsvolumen. Trotzdem ist die derzeitige Auslastung noch recht zufriedenstellend.
Mit den Prognosen für die kommenden Monate zeigen sich die Befragten zurückhaltend. Die Situation bei Geschäftslage und Aufträgen soll zwar konstant bleiben, aber kaum Raum für Verbesserungen lassen. Auch die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen können den Investitionsplänen keine Dynamik verleihen. Das sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwaben für den Landkreis Neu-Ulm.
„Seit über einem Jahr sind die Neu-Ulmer Unternehmen nun schon überaus zufrieden mit dem Verlauf ihrer Geschäfte“, beschreibt Gerd Stiefel, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Neu-Ulm, die Stimmung unter den Betrieben. „Die Umfragewerte zur aktuellen Geschäftslage haben sich gegenüber dem Frühjahr sogar nochmals leicht verbessert.“ So beschreiben derzeit 56 Prozent ihre Lage als gut und 39 Prozent als befriedigend. Negative Stimmen gibt es kaum. Auch bei der Auslastungssituation herrscht ein positiver Grundtenor: Obwohl sich die Zahl der Unternehmen mit nicht ausreichend ausgelasteten Kapazitäten verdoppelt hat und nun bei einem Fünftel liegt, sind die Neu-Ulmer Betriebe insgesamt noch recht zufrieden mit Ihrer Auslastung. Rund 45 Prozent beschreiben sich als voll ausgelastet. Allerdings zeigen sich Bremsspuren bei den Auftragseingängen: Mit 29 Prozent berichten deutlich mehr Betriebe als noch zum Frühjahr von gesunkenen Auftragszahlen. „Die Nachfrage ist zwar etwas zurückgegangen, aber man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass der Anteil der Firmen, die von gestiegenem Auftragsvolumen sprechen, immer noch recht hoch ist“, so Stiefel weiter. Zu diesem Trend tragen sowohl die gebremsten Inlands- als auch Auslandsentwicklungen bei.
Hohe Kostenbelastung
„Grund zur Sorge gibt allerdings die weiterhin hohe Kostenbelastung der Unternehmen“, gibt Werner Knittel, Vizepräsident der Regionalversammlung Neu-Ulm, zu bedenken. „Neben den Energiekosten sind es vor allem die steigenden Personalkosten, die kräftig zu Buche schlagen.“ Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Ertragslage: Jeder Dritte gibt in der Umfrage eine schlechtere Ertragssituation im Vergleich zum Frühjahr an.
Zurückhaltung für die kommenden Monate
Der Optimismus der Frühjahrsumfrage hat nachgelassen und deutlich weniger Firmen rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage. Der Großteil geht von einer gleichbleibenden Situation aus, jeder Zehnte vermutet eine Verschlechterung. Sechs von zehn Betrieben sehen hier künftig eine unveränderte Situation, 16 Prozent erwarten ein sinkendes Volumen. „Diese Aussichten schlagen natürlich auch auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen durch“, so Knittel. „Auch hier wird Zurückhaltung geübt und selbst die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen scheinen nur wenig Wirkung zu zeigen.“ Stiefel ergänzt: „Hier spielt sicherlich auch die Verunsicherung durch die vielen internationalen Krisen eine entscheidende Rolle.“ Dies bestätigen die Umfrageergebnisse: Die Zahl der Betriebe, die künftig mehr investieren wollen, ist gegenüber dem Frühjahr von 32 auf 17 Prozent gesunken. Der Anteil der Befragten, die das Volumen gleich lassen wollen, ist dagegen auf fast zwei Drittel angestiegen. Auch bei den Beschäftigungsplänen zeigt sich Zurückhaltung. Die Zahl der Unternehmen, die beabsichtigen neue Mitarbeiter einzustellen, ist genauso hoch wie derjenige Anteil der Firmen, die sich gezwungen sehen, Stellen abzubauen. Rund sieben von zehn Betrieben wollen ihren Mitarbeiterstamm konstant halten.
Eine Übersicht über die Konjunktur in Schwaben mit Analysen nach Branchen findet sich im Internet unter www.schwaben.ihk.de, Dok.-Nr. 239782. Hier bietet die IHK Schwaben den Konjunkturindex als interaktive Grafik an, bei der Elemente variabel ein- und ausgeschaltet und einzelne Ausschnitte vergrößert werden können.





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