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Ulm News, 21.02.2026 11:00

21. February 2026 von Thomas Kießling
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Ein Glanzlicht der Woche: Rettung aus der Luft mit "Christoph 22" im Wandel


Der Ulmer Rettungshubschrauber „Christoph 22“ fliegt weniger Einsätze. Seit dem Höchststand im Jahr 2021 sinken die Zahlen kontinuierlich. Grund dafür ist eine verbesserte Notfallversorgung am Boden. Hochqualifizierte Notfallsanitäter übernehmen immer mehr ärztliche Aufgaben. Sie machen den Einsatz des fliegenden Notarztes oft überflüssig.

Die Qualität für die Patienten leidet darunter aber nicht. Sie wird dadurch sogar besser und schneller verfügbar. „Christoph 22“ ist eine Institution in der Region Ulm. Er ist am dortigen Bundeswehrkrankenhaus (BwK) stationiert. Seit dem Jahr 1971 bringt der Helikopter schnelle Hilfe. Damit ist er der zweitälteste Rettungshubschrauber in Deutschland. Die fliegerische Besatzung stellt die ADAC Luftrettung, das medizinische Personal kommt direkt vom Bundeswehrkrankenhaus.

Als einziger ADAC-Rettungshubschrauber in Baden-Württemberg ist sein Gebiet groß. Gut 15 Prozent aller Einsätze führen die Retter ins benachbarte Bayern. Die Alarmierungen kommen dann meist aus den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg. Der Helikopter transportiert dabei nur selten Patienten. Nur bei 21 Prozent aller Einsätze fliegt er Verletzte ins Krankenhaus. Seine Hauptaufgabe ist eine andere. Er bringt den Notarzt schnellstmöglich zum Einsatzort. Dies ist oft der entscheidende Faktor für das Überleben. Der Rückgang der Einsatzzahlen überrascht daher zunächst. Im Jahr 2021 waren es noch 1.567 Einsätze. Für 2025 zählt die ADAC Luftrettung nur noch 1.061 Alarmierungen. Das ist ein deutlicher Rückgang von über 30 Prozent in nur vier Jahren.

Dieser Trend ist kein Zufall. Er ist ein Zeichen für einen Wandel im gesamten Rettungswesen. Bessere Hilfe kommt vom Boden Die Gründe für diese Entwicklung sind am Boden zu finden. Die Ausbildung von Notfallsanitätern wurde stark verbessert. Ihre dreijährige Ausbildung befähigt sie zu deutlich mehr. Im Rahmen der sogenannten Vorabdelegation dürfen sie ärztliche Maßnahmen durchführen. Verantwortliche Ärzte im Rettungsdienst erteilen ihnen diese Erlaubnis vorab. So können sie am Einsatzort eigenverantwortlich handeln. Sie verabreichen zum Beispiel starke Schmerzmittel. Auch bestimmte Notfallmedikamente bei Herzproblemen gehören dazu.

Das Sichern der Atemwege ist ebenfalls eine ihrer Aufgaben. Diese neuen Kompetenzen verändern die Notfallrettung. Notfallsanitäter stabilisieren Patienten oft im Team mit einem Rettungssanitäter. Sie benötigen seltener die Unterstützung eines Notarztes. Dadurch sinkt die Zahl der notwendigen Helikoptereinsätze. Der rund zehnprozentige Rückgang der Einsatzzahlen von „Christoph 22“ verläuft parallel. Auch die bodengebundenen Notärzte in der Region rücken seltener aus. Die Rettungsleitstelle Ulm alarmierte 2025 zu rund 40.000 Notfalleinsätzen. Nur bei knapp 8.000 Einsätzen kam dabei ein Notarzt zum Einsatz. Die Notfallsanitäter leisten also einen wichtigen Beitrag zur Effizienz. Bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild bei den Einsatzgründen. Die ADAC Luftrettung flog 2025 bundesweit 48.908 Einsätze.

Häufigster Grund waren Verletzungen nach Unfällen mit 31 Prozent. Dazu zählen Freizeit-, Sport-, Arbeits- und Verkehrsunfälle. Bei 26 Prozent der Alarmierungen lagen Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems vor. Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen sind hier typisch. Neurologische Notfälle wie Schlaganfälle machten 13 Prozent aus. Akute Atemnot war in acht Prozent der Fälle die Ursache. Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche. Die Crews von „Christoph 22“ nutzen für Einsätze bei Dunkelheit spezielle Nachtsichtbrillen. Dieses „Night-Vision-Imaging-System“ (NVIS) erweitert die Einsatzzeiten. 2025 gab es 96 solcher NVIS-Einsätze.

Text: Thomas Heckmann/Archivfoto: Björn Hossfeld



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