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Ulm News, 25.11.2025 15:15

25. November 2025 von Thomas Kießling
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Nur mit Hand auflegen kommt auch ein Rekord-Trainer nicht weiter – kommt jetzt gleich noch ein Neuer?


Eigentlich habe er eine gute Quote bei seinen mittlerweile acht Stationen – wenn er dort angefangen hatte – doch bei den Ulmer Spatzen biss auch der neue Trainer Pavel Dotchev – seines Zeichens mit nun 367 Spielen Rekordtrainer der 3. Liga - auf Granit. Eine Niederlage zu Beginn seiner Tätigkeit – beim bis dato sieglosen Schlusslicht TSV Havelse (vergangenen Samstag mit 1:2). Viele Fans fragen sich nun rund ums Donaustadion: kommt jetzt gleich noch ein Neuer – oder anders gefragt: muss eigentlich nicht sofort ein Neuer kommen? ulm-news fragt diesbezüglich mit:

 

Und bei einem Neuen kann es sich diesmal nicht um eine Person im Trainer oder Management-Bereich handeln, wobei es – wie ulm-news ausführlich berichtete – ja auch noch einige Organigramm-Positionen vakant sind, nein bei der Betrachtung des Spiel in Havelse kann es sich laut Meinung vieler Fans nur um einen (oder sogar mehrere?) neue Spieler handeln.

Ausgangslage

Man kann der Mannschaft beileibe nicht Einsatz und Kampfeswillen absprechen, aber aufgrund der gezeigten Leistungen gegen zum Teil nicht gerade übermächtige Gegner – Bsp. Havelse – und bei einer Serie von zuletzt erschreckenden 6 zum Teil deftigen Niederlagen (zweimal sogar 0:5) bei 4:21 Toren und einem Abstiegsrang 18 (vier Punkte schon vom rettenden Ufer entfernt) müsste doch Handlungsbedarf bestehen. Sehr gut möglich, dass sich der neue Trainer Dotchev und der noch neuere Sportgeschäftsführer Stephan Schwarz (ja eigentlich erst ab 1. Dez. im Dienst aber schon seit seiner Präsentation vergangenen Donnerstag aktiv) auf der quälend langen siebenstündigen Heimfahrt von Havelse ins sonnige Ulm schon die Köpfe heiß gesprochen hat (natürlich nebst Kaderplaner): wen kennst Du – wen kenn ich – wer könnte uns in der Winterpause helfen oder wer gar sofort?

Die lange Verletztenliste

Zumal sich die Mannschaft aufgrund der ellenlangen Verletztenliste ja praktisch von selbst aufstellt. Vier Langzeitverletzte mit Kreuzbanriss sowie immer wieder kurzzeitig Verletzte (diesmal Abwehrrecke Marcel Seegert, Außenverteidiger Niklas Kölle und nun nach bösem Tritt aufs Sprunggelenk Nachwuchshoffnung Evan Bron) und gesperrte Spieler (diesmal Kapitän Dennis Dressel) – die Variationen sind bei den Spatzen dürftig gesät.

Die aktuellen Aussichten

Die Entwicklung der jungen Spieler aus dem Nachwuchs lässt optimistisch stimmen, doch ein mittlerweile schon fix gesetzter Felix Vater und Benjamin Ehe (Brown wurde schon erwähnt), können sich nur gut entfalten, wenn sie in einem intakten Umfeld und in einer Mannschaft in Normalform spielen. Dass sie als 17/18-Jährige nun die Kohlen aus dem Feuer holen müssten, an diese Erfolgsaussicht ist unter realistischer Einschätzung nicht zu denken.

Hinten fehleranfällig, vorne ohne Durchschlagskraft

Mit diesen Attributen ist es aktuell echt happig, in einer extrem schwierigen Situation Konstanz zu gewinnen und Normalform zu erreichen. Natürlich wird der neue Trainer die normalen Tugenden abrufen wollen, über Einsatz und Kampf wieder in die Zweikämpfe zu kommen und mit Kompaktheit, einfachen und genauen Pässen (dazu gehört auch mal Langholz) sich Selbstvertrauen zu holen, aber, aber…

Die Crux liegt bei den Ulmern im Mittelfeld – und da gibt es einen Neuen

Man kann den Ulmer Mittelfeldspielern auch nicht absprechen, dass es an Einsatz und Wille fehlen würde, aber es fehlt bislang einer, der das Spiel lenkt und die da vorne auch einmal richtig einzusetzen kann, so dass sie zu Torchancen kommen. Deshalb geistert als offensiver Mittelfeldmann seit dem ersten öffentlichen Training von Pavel Dotchev vor einer Woche (ja, ist erst eine Woche her) der Name Mirnes Pepic umher. Er ist derzeit vertragslos und könnte damit (je nach Fitnesstand) den Spatzen direkt helfen. Interessanterweise kennt der als ehemaliger Ulmer Jugendspieler die Verhältnisse in der Au bereits – und Trainer Dotchev kennt ihn aus seiner gemeinsamen Zeit bei Hansa Rostock. Der Montenegriner wird Mitte Dezember 30 Jahre alt, sein letzter Verein war bis zum vergangenen Sommer Liga-Konkurrenz Erzgebirge Aue – die 3. Liga (und die zweite) kennt er bestens von seinen Zeiten auch aus Meppen, Kickers Würzburg, Duisburg, eben Rostock und Paderborn.  Für Montenegro hatte er auch schon acht Länderspiele absolviert.

In der Wechselphase der Winterpause erwarten die Ulmer Fans darüber hinaus Verstärkungen, der Kader ist in seiner augenblicklichen Lage zu dünn in der Tiefe. Doch was ist da noch möglich? Dotchev und Schwarz haben jüngst gerne in Ulm angedockt und auf das Potential hier, den Verein und die sehr gut Fanbase verwiesen. Bei Spielern und deren Beratern funktioniert diese Gleichung eher eindimensional über das Thema Penunzen. Viell. können sich noch ein, zwei Arrivierte überzeugen lassen, nach Ulm zu kommen, ggf. mit der Aussicht, später auch im Management des Vereins mitzuarbeiten – oder auch ehemalige Ulmer Spieler, die bei ihren jetzigen Vereinen noch nicht richtig zum Anfahren gekommen sind (oder noch gar nicht untergekommen). Aber das ist ja erst ein Thema für die Winterpause: Mirnes Pepic (Spielerberater: Clever Sports GmbH) wär jetzt schon eins.

(... und die Basketballer haben es aktuell ja nicht unähnlich gemacht)

Foto: Erzgebirge Aue – Saison 23/24



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