Ulm News, 18.11.2025 11:00
Des Pavels 1. Training: neue Zeitrechnung bei den Spatzen – der Rekordtrainer kommt – und viell. nun auch der sportliche Erfolg
Aufbruchstimmung bei den Spatzen – der dritte Trainer darf nun in dieser Spielzeit sein Glück versuchen – und wir schreiben erst Spieltag Nr. 15 in dieser Saison. Der Rekordtrainer kommt, derjenige also mit den meisten 3.Liga-Spielen ever (366 - das sind um gerechnet zehn ganze Saisons!), ein „Demokratischer Diktator“ wie er über sich sagt und ein liebenswerter Plauderer. Aber lautstark kann er sein - in seinen kurzen Anweisungen heute beim 1. Training, gleich einem öffentlichen: Pavel Dotchev heuert mit Vertrag bis 2027 bei den Spatzen an, und jeder ist glücklich – außer einige Personalien, die fluchs noch das Weite gesucht haben.
ulm-news war natürlich beim 1. öffentlichen Training und wird noch längere Interview-Strecken vom neuen Trainer und Aufsichtsrat bringen.
Seine Anweisungen schallen über die Gänswies, dass sich selbst die Kiebitze beim ersten öffentlichen Training versonnen anschauen: endlich ist mal einer da, mit Charisma, Erfahrung und – ja wahrscheinlich – gehörig Durchsetzungsvermögen, der den Jungs auf dem Platz Beine machen kann – anders als die letzten 5 Spielen mit zum Teil deftigen 0:5-Niederlagen und 3:19 Toren. „Jetzt machen wir das Gleiche, aber mit hinterlaufen – und schneller, viel schneller“, ruft er über den Platz, und die 24 Feldspieler drehen tatsächlich kräftig am Kombinationsrad - jetzt herrscht Aufbruchstimmung bei den Spatzen, und was für eine.
Pavel Dotchev hat eigentlich in der 3. Liga schon alles gesehen und erlebt, war dreimal in Aue, stieg auf in Liga 2, stieg ab und wurde mehrfach entlassen, u.a. bei Hansa Rostock, Viktoria Köln, MSV Duisburg und Paderborn, dort, wo der Bulgare gar zum „Trainer des Jahrhunderts des SC Paderborn 07“ gewählt wurde und die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt.
Als Bundesligaspieler u.a. beim Hamburger SV und Bulgarischer Nationalspieler (1987 bis 1993 – dann 1994 warfen uns die Bulgaren aus dem WM-Turnier in den USA) kann der gelernte Abwehrspieler sogar auf eine veritable Profi-Karriere verweisen – alles das, was seine Vorgänger nur sehr bedingt erfüllen konnten – geschweige denn von den Erfahrungen im Trainerbetreib – zum Teil fehlte sogar die entsprechende Profilizenz (UEFA-Pro Lizenz / sie dauert 12 bis 15 Monate – meist am DFB-Campus in Frankfurt. Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll und kostet derzeit ca. 19.000 € zuzüglich weiterer Kosten – dann wissen wir das auch mal).
Die Aufsichtsräte sind happy – „genau den haben wir gesucht“
„Er verkörpert genau das, was wir jetzt brauchen“, sagt Spatzen-Aufsichtsratschef Dominik Schwärzel in die zahlreichen Mikrofone heute nach dem rund 70-minütigen ersten gemeinsamen Training. „Ein absoluter Fachmann der 3. Liga, der bereits mehrfach bewiesen hat, dass er eine Mannschaft stabilisieren und zum Klassenerhalt führen kann.“ Das Gesamtpaket habe gepasst – andere Namen interessierten hier nicht mehr, wer also noch so im Lostopf um den Trainerposten bei den Spatzen gewesen sein könnte, Sascha Hildmann wird herbei mehrfach genannt, doch das bleibt eine Spekulation.
Aber für den Bereich des Sportdirektors oder Geschäftsführers - oder wie auch immer – werde ja noch jemand gesucht, und der „Korridor für die Suche“ werde immer enger – ähnlich wie nun beim Trainer, die „Shortlist“ der Anforderung war überzeugend und wurde erfüllt. Vollzug auf dem Chefposten werde es zeitnah geben – vielleicht mit dem Zusatz, wie weit die finanziellen Möglichkeiten noch reichen werden bei sieben Trainern und Cos und Geschäftsführer – und noch mehr.
Von diesem Drive haben sich auch Tim Gulde (Athletiktrainer) und Spielleiter Basti Noth (Leiter Lizenzmannschaft) nicht mehr so richtig anfreunden können. Sie zogen es offenbar vor, aktuell den Verein zu verlassen. Geschäftsstellenleiter und Pressesprecher Max Rieck übernimmt den Posten des Letzteren – auch die Organisation der Auswärtsreisen falle nun unter die Aufgaben - vom 9 to 5-Job sei das Lichtjahre entfernt. Aber auch da würden Nachfolger gesucht.
Nicht so beim Thema Co-Trainer, denn da greife man zunächst auf das Naheliegende und damit auf Oli Unsöld zurück, der nun eine Woche Interimstrainer hinter sich hat (mit dem veritablen 0:0 beim SCR Altach – österr. 1. Bundesliga – ulm-news berichtete am Freitag). Man habe ihn zum Weitermachen bis in die Winterpause überredet. „Ich bin sehr dankbar, dass er mir hilft – er kennt hier jeden und alles und hat als Ex-Profi sowieso hohes Fachwissen“, erdet sich der neue Chef-Trainer.
Des Pavels 1. Training: Aufbruchstimmung – Heilsbringer – einer, der übers Wasser gehen kann, nein, aber einer, der die Spieler dazu brächte, auch durch die Donau zu schwimmen, wenn es zum Erfolg dazugehören würde. „Mit Jo Reichert habe ich schon gesprochen – er hat mir gute Sachen erzählt, ich bin wie er von der Qualität und dann dem Erfolg der Mannschaft überzeugt“, sagt Dotchev – und verweist auf die Auftritte seiner Auer hier in Ulm, bei denen er die Verhältnisse und die Aufbruchstimmung sehr bewundert habe.
Jetzt ist Dotchev selbst Teil des Spatzennests – und muss sein altes, dass er mit seiner Familie in Paderborn hat, verlassen – wohl etwas überstürzt, denn nach dem ersten Kontakt vergangenen Freitag war er abends sofort in Ulm, um am Samstag wieder zur Family zurückzufahren – wohl das Okay für den Ulmer Einsatz einzuholen und seit gestern (also Sonntag) zur Vertragsunterschrift zu kommen. Fürs Einpacken einer Zahnbürste hatte es wohl nicht mehr gereicht, für die Kickschuhe schon (so genannte Tausendfüßler Noppen von Adidas) schon – und einem Ausblick zum nächsten Spiel beim Tabellenschlusslicht in Havelse am kommenden Samstag, 14.00 Uhr auch. „Das wird die schwierigste Aufgabe überhaupt: die haben als Tabellenletzter nichts zu verlieren – wir schon, aber davon dürfen wir uns nicht beeinflussen lassen“, sagt Pavel Dotchev – und auch bei der Pressemeute würde ihm hier am Rande der Gänswies niemand wiedersprechen – denn der 60-Jährige kann laut werden – sehr laut. Seine Anweisungen hat man fast noch bis Elchingen gehört – vielleicht nicht ganz bis Havelse.
Doch wenn das im hohen Norden drei Punkte werden, kommt die Woche drauf 1860: wahrscheinlich ein volles Donaustadion bringend, und vielleicht auch wieder drei Punkte, denn der Aufstiegsaspirant Nr. 1. hat die letzten fünf Auswärtsspiele allesamt verloren. Gut möglich, dass Pavel Dotchev gleich mal richtig erfolgreich startet. Und einen Trainer des Jahrhunderts hat man in Ulm ja noch nicht ausgerufen, aber das dann doch noch etwas und sogar leicht verfrüht. Vielleicht würde man sich Pavel 1. (Pavel, der erste) einigen. Wer hat eigentlich behauptet, dass wir hier keine Vorschusslorbeeren verteilen?





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