Ulm News, 14.11.2025 11:15
Nun geht`s den Krähen in Ulm an den Kragen
Ein Falkner erkundet das Revier zur Vergrämung von Saatkrähen in der Innenstadt. Ulm setzt damit sein vereinbartest Konzept um: seit heut Morgen geht`s den Krähen in Ulm an den Kragen.
Mit einer Vorführung auf dem Münsterplatz hat die Stadt Ulm am Donnerstagmorgen gemeinsam mit Falkner Leo Mandlsperger über die geplante Vergrämung von Saatkrähen informiert. Mandlsperger stellte dabei mit seinem Wüstenbussard vor, wie Greifvögel künftig helfen sollen, die Krähenpopulation in der Innenstadt tierschutzgerecht zu reduzieren. Gemeinsam erkundeten sie das künftige Einsatzgebiet.
Kita-Gruppen aus der Innenstadt nutzten die Gelegenheit, den Falkner und seinen Greifvogel aus nächster Nähe kennenzulernen. Auch Passantinnen und Passanten stellten Fragen und beobachteten den Flug des Bussards. Ziel der Stadt Ulm war es, das Vorgehen transparent vorzustellen und mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Hintergrund der Aktion ist der Beschluss des Gemeinderats im Rahmen der Sitzung zum Schwerpunktthema Sicherheit und Sauberkeit, mit dem die Stadt Ulm Maßnahmen zur Vergrämung von Saatkrähen eingeleitet hat. Diese hatten in den vergangenen Jahren insbesondere in der Innenstadt für Lärm, starke Verschmutzungen und Beschwerden gesorgt.
Das von der Stadt entwickelte Konzept umfasst den Einsatz von Greifvögeln und den Abbau alter Nester außerhalb der Brutzeit. Greifvögel wie der eingesetzte Wüstenbussard lösen bei Saatkrähen instinktiv Fluchtverhalten aus. Durch wiederholte Einsätze sollen die Tiere ihre angestammten Brutplätze meiden. Da Saatkrähen ihren Standorten treu bleiben und häufig dieselben Nester wieder nutzen, soll das Entfernen der Nester eine nachhaltige Wirkung haben.
Bereits im Vorfeld hatte sich die Stadt Ulm mit anderen Kommunen wie Laupheim und Neu-Ulm ausgetauscht, die ähnliche Konzepte umsetzen. Zudem fanden Gespräche mit dem BUND, dem NABU und der Unteren Naturschutzbehörde statt, um die Vorgehensweise rechtlich und ökologisch abzustimmen.
Die Stadt Ulm nimmt die Sorgen und Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst und prüft fortlaufend, wie sich die Problematik der Saatkrähen bestmöglich lösen lässt, ohne dabei das Gleichgewicht zwischen Lebensqualität und Naturschutz zu verlieren. Die langjährige Erfahrung anderer Städte und Gemeinden und aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Saatkrähen sich insbesondere wegen der Veränderungen im ländlichen Raum, etwa durch Flurbereinigung, Einsatz von Bioziden, Verlust naturnaher Lebensräume oder illegale Vergrämung, verstärkt in Städten wie Ulm ansiedeln, wo sie Nahrung und Schutz finden. Dadurch entstehen entsprechende Belastungen, besonders in dichter besiedelten Stadtteilen.
Die Stadt Ulm hat mit Falknereinsatz, Nestentfernung und Öffentlichkeitsarbeit einen gezielten und rechtssicheren Ansatz gewählt. Diese Maßnahmen erfolgen ausschließlich mit Genehmigung der Naturschutzbehörde, sind zeitlich und räumlich begrenzt und orientieren sich an der jeweiligen Belastungssituation. Denn die Saatkrähe ist gesetzlich besonders geschützt. Eingriffe dürfen nur außerhalb der Brutzeit und nur im Ausnahmefall erfolgen, wenn eine unzumutbare Belastung nachgewiesen ist.
Die Stadtverwaltung beobachtet weiterhin aufmerksam die Situation auch außerhalb der Innenstadt. Ob und wie Maßnahmen dort künftig möglich wären, hängt nicht nur von der Entwicklung der Belastung, sondern auch vom Erfolg der Methoden in der Innenstadt und von rechtlichen sowie fachlichen Prüfungen ab. Eine Ausweitung auf andere Stadtteile ist derzeit nicht vorgesehen, wird aber bei Bedarf sorgfältig geprüft.
Mit dem abgestimmten Vorgehen möchte die Stadt Ulm die Belastungen durch Saatkrähen spürbar verringern und zugleich den Fortbestand der geschützten Art sichern. Die geplante Krähenvergrämung ist Teil eines umfassenden Programms zur Verbesserung der Sauberkeit in Ulm, zu dem auch die neuen Taubenhäuser im Stadtgebiet gehören.
Foto: Symbolbilder (pixabay)



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