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Ulm News, 11.11.2025 18:30

11. November 2025 von Thomas Kießling
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Wie geht`s nun weiter? Wer zieht den Karren aus dem Dreck bei den Spatzen?


Nach dem großen Knall bei den Spatzen mit der Entlassung von Trainer Glasbrenner sowie seinem Co und nun auch Geschäftsführer und Vorstand Markus Thiele ist nun erst recht die große Frage: Was nun, wer kann den Karren beim SSV Ulm 1846 Fußball aus dem Dreck ziehen?

Ein paar Überlegungen aus den Sozialen Medien und von ulm-news:

Der neue / alte Trainer

Könnte ja auch eine Trainerin werden, die Ingolstädter schwören drauf. Aber wer in den Sozialen Medien reinliest: von 100 Spatzenfans sind 110 Prozent für den Erfolgstrainer Tom Wöhrle, der nach ihrer Meinung nach zwei glanzvollen Aufstiegen nun im im Frühjahr letzten Jahres schändlich vom Hof gejagt wurde. Mit dem Sportlichten Leiter Markus Thiele kam er wohl gar nicht mehr aus. Letzterer ist ja nun auch weg, also Bühne frei für den neuen / alten Trainer. Ob so etwas vertraglich geht? Ob er sich und uns allen damit einen Gefallen machen würde, ist fraglich. Finanziell wäre es für den SSV von Vorteil, aber zu bedenken gilt, dass er am Ende seiner Tätigkeit ebenfalls keinen Erfolg hatte – sich taktische wie argumentativ in Stereotypen flüchtete – schwierig.

Andere Trainer? Wer ist auf dem Markt?

Gut wäre wohl, wenn es ein erfahrener Trainer machen würde, der bei den Spielern Respekt genießt und der das schwierige Fahrwasser 3. Liga bestens kennt: Pavel Dotchev wird da gern ins Spiel gebracht, Kapitän auf der Kogge Hansa Rostock – zusammen und im Streit mit Markus Thiele damals dorten entlassen worden. Jetzt könnte er seinem ehemaligen Widerpart noch eins auswischen, indem er jetzt in Ulm anheuert. Dotchev gilt als schwierig, aber für einen Schmusekurs im Abstiegskampf ist eh keine Zeit.

Ex-Preußen Münster-Trainer Sascha Hildmann – Sympathisch – verbindlich - mit den Preußen zusammen mit Ulm aus der 3. in die 2. Liga aufgestiegen, ähnlich wie Wöhrle und fast zur selben Zeit dann entlassen worden: Systemtrainer/Motivator mit Ahnung von Liga 3.

Rainer Scharinger: an dem Ex-Ulmer Spieler zu Bundesligazeiten waren die Spatzen – so sagt man – zu Zeiten von Interimslösung Glasbrenner dran, doziert aber beim Norbadischen Fußballverband. Ob er sich das aktuelle Himmelfahrtskommando in Ulm wirklich antun will?

Wird auch eine Finanzfrage: Ulm zahlt jetzt ja schon sieben Ex-Trainer und deren Cos.

Was muss sich auf dem Platz ändern?

Fast alles, denn der Begriff Himmelfahrtskommando ist zwar deftig, aber derzeit angebracht. Fünf Niederlagen in Folge, 3:19 Tore – hinten offen wie ein Scheunentor, in der Mitte bleibt jeder fünf Meter von seinem Gegenspieler weg und vorne ohne jegliche Durchschlagskraft – dazu steht im Brandbrief: „viele von uns sind am Ende – körperlich wie mental“. Dazu stellt sich die Mannschafts verletzungsbedingt fast von selbst auf. Doch diese Rumpfelf muss endlich das Messer zwischen die Zähne nehmen und kämpfen und beißen – nur über gewonnene Zweikämpfe kommt man rein ins Spiel und bekommt Selbstvertrauen (die letzten zwei Erkenntnisse geben je 3 Euro ins Phrasenschwein).

Aaaaaaaaaaaaaber: das Ulmer Team ist viel besser als die letzten Ergebnisse – ulm -news hat mehrmals Hinweise gegeben: wieder massierter in der Abwehr – ggf. wieder mit einer 5er-Kette – so war der Kader ja auch mal bestimmt – ein 6er – auswärts 2– drei/vier Offensive vorne – den jungen Brown über links, Dajaku mal über rechts, als 10er oder dann für den platten Brown links – Dajaku ist bestens ausgebildet (Bayern/VfB) und hat das drauf – Löder als Stamm 10er, schiebt immer wieder in den Sturm (der weiß wenigstens, wo`s Tor steht) im Sturm wechseln sich Becker und Röser (einer gib 65 Minuten Vollgas – dann kommt der andere). Haben wir jetzt ohne Laptop hingekriegt.

Die jungen U19 ruhig mehr einbauen: die sind unbekümmert und trauen sich was - Benedikt Ehe im Mittelfeld, Felix Vater in der Abwehr und eben Evan Brown auf links. Der traut sich wenigstens mal 1 gegen 1, einer der großen Schwächen der Ulmer schon zu 2.Liga-Zeiten – ist eigentlich Leo Scienza ausleihbar (kleiner Schwerz – soll auch in dieser Situation nicht zu kurz kommen) .

Der Kader in der Winterpause?

Mit vier Kreuzbandrissen müsste der Kader in jedem Fall aufgefüllt werden – am besten mit Qualität – doch wie weit reicht da der Geldbeutel und wer ist da auf dem Markt:

Ein Stürmer: einer, der auch mal aus dem 16er rückt und dann mal drauf ballert. Einer der die Bälle festmacht und die anderen nachrücken lässt – einer der einen Riecher hat. Wir behaupten nicht, die derzeitigen Stürmer würden diese Qualitäten nicht haben, aber sie müssten sie dann doch auch mal zeigen. Aber:  zu Wahrheit gehört auch, dass die Stürmer viel zu wenig Bälle bekommen, sich viel zu wenig Spieler in die Offensive einschalten (können), es viel zu wenig Anspielstationen fehlen. Vielleicht fehlt es da auch schlicht an Geschwindigkeit.  Man müsste die Zahl herauskramen, wieviel Sprints die Ulmer im Vergleich zu anderen Mannschaften machen? Wir denken: erschreckend wenig. Das hätten die Laptop-Trainer wenigstens mal hinterlassen können.

Mittelfeld: Leute zulaufen – an den Leuten stehen – auch mal die Grätsche auspacken – laut sein – viel lauter – ganz laut – führt die eigene Mannschaft und verschafft euch Respekt beim Gegner. Flüstertüten haben wir schon mehr als genug.

Abwehr:

Neue Taktik – besseres Zweikampfverhalten – mehr doppeln – mehr Kommunikation, also auch hier viel laut werden – wenn die Gegner von außen einrücken, waren das fast immer Tore. Irgend jemand sollte das mal merken, gegen Saarbrücken zweimal mit Torfolge, gegen Cottbus, zudem locker durch über außen – siebenmal gegen Rostock, dreimal mit Torfolge. Nur ein paar Details von vielen. Das heißt, die anderen haben auch Laptop-Analysten, was unserer bislang gemacht hat, bleibt sein Geheimnis.

 

Kaderplaner

Der darf bleiben – der kommt sonst nirgendwo anders unter.

 

Struktur im Umfeld

Die Halbwertszeit der Aussagen hält mittlerweile knapp eine Woche: wenn Dr. Thomas Oelmayer heute vor einen Woche Markus Thiele Bestandsschutz gewährt und das 4-Augen-Prinzip mit ihm ausruft – dann merkt er jetzt vielleicht, wer gestern Abend auch gegangen ist. Ein gutes Vorbild für ihn selbst.

 

Wer jetzt Geschäftsführer wird?

Vielleicht wird Anton Guggelfuß den Posten seines Nachfolgers Thiele interimsmäßig wieder übernehmen, bis in aller Ruhe ein neuer gefunden ist? Wäre gut, denn auch das Geld muss zusammengehalten werden - Sponsoren bei Laune und Fans für ins Stadion. Jetzt auch noch fett ins Minus zu fahren, wäre fatal. Die Fans: "Wir wissen schließlich, wo wir nach drei Insolvenzen herkommen."

Fazit:

Klar, von außen sieht manches viel einfacher aus, aber auch vieles schwieriger oder gar unlösbar.

Einfach wird das natürlich alles nicht, vor allem Sportlich: ulm-news hat ziemlich am Anfang der Saison gesagt: es gibt rund 8 bis 10 Mannschaften, die kannste schlagen, und gegen die anderen neun haste kaum eine Chance. Mit den Ergebnissen der letzten Wochen wird sogar so eine Aussage schwierig zu erfüllen. Aber nochmals: die Mannschaft mag sich, zerhackt sich nicht, könnte als Einheit bei einer guten Taktik (nochmals erwähnt: auswärts auf jeden Fall 5er Kette) wenigstens hinten viel sicherer stehen und weniger zulassen. Das wäre schon mal der erste Schritt.

Wenn jetzt ein erfahrener Trainer kommt, dann sind ihm die Abläufe bewusst. Daraus entsteht doch schon wieder einiges an Hoffnung. Wäre schön, wenn Ulm die Klasse halten würde. Fans und Umfeld haben nämlich genauso wenig Bock auf Regionalliga wie Verein(sführung) und die Spieler. Und übrigens: die Fans sind das Herz des Vereins - und das schlägt noch so vital und so stark für Liga 3. 



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