Ulm News, 21.10.2025 10:15
Hochschule Neu-Ulm hat die besten 3D-Druck-Ideen Deutschlands prämiert
Vom 3D-gedruckten Skateboard über ein 3D-gedrucktes Indoor-Farming-System bis hin zum 3D-gedruckten Ordnungssystem für den Outdoor-Einsatz: Bei der fünften Deutschen 3D-Druck-Challenge der Hochschule Neu-Ulm (HNU) pitchten acht Finalisten(-teams) ihre innovativen Ideen. Mit 3D-gedruckten Klettergriffen belegte Philipp Enderle den ersten Platz. Das Finale der Challenge, die erstmalig unter der Schirmherrschaft von Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, veranstaltet wurde, fand am 16. Oktober an der HNU statt.
Die diesjährige 3D-Druck-Challenge stellte gleich drei Rekorde auf: Neben einem Zuschauerrekord und dem bislang höchsten Gesamtwert der Preise gingen auch so viele Bewerbungen für die Challenge ein, wie noch nie.
Nach der Begrüßung von HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta M. Feser präsentierten die Finalisten ihre 3D-Druck-Projekte vor dem Publikum und den neun Jurymitgliedern.
Videobotschaft von Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst
Schirmherr Markus Blume sagte in seiner Videobotschaft: „3D-Druck ist High-Tech auf kleinem Raum. Er revolutioniert die Produktionsweise und beschleunigt den Weg von der Idee zur Anwendung. Die 3D-Druck-Challenge ist eine additive Challenge mit einer additiven Chance – und ein Wettbewerb, bei dem sich die Teilnehmenden ihren Preis praktisch selbst ausdrucken können. Der Preisträgerin oder dem Preisträger wünsche ich den Erfolg, dass die Idee auch in die Realität umgesetzt werden kann. Genau diesen Spirit und Erfindergeist brauchen wir in Bayern und gerade an unseren bayerischen Hochschulen.“
Hochkarätige Jurymitglieder und hochwertige Gewinne
Die Jury bestand aus Unternehmensvertreterinnen und -vertretern sowie weiteren Expertinnen und Experten im 3D-Druck: Johannes Lutz (3D Industrie GmbH), Monika Ruhkopf (PROTOTEC GmbH & Co. KG), Manuel Schaupp (Daimler Truck AG | Daimler Buses GmbH), Jörg Sander (Hensoldt), Dr. Fabian Frommer (Seifert Logistics, HNU-Alumnus), Jonas Wild (Siemens Mobility GmbH), Patrick Zacher (Volksbank Ulm-Biberach eG), Prof. Dr. Uta M. Feser (HNU) und Prof. Dr. Oliver Kunze (HNU). Zu gewinnen gab es für die Teams neben den 3D-gedruckten Löwen-Pokalen Sach- und Geldpreise, Coachings durch Expertinnen und Experten aus der 3D-Druck-Branche, VIP-Tickets für die Messe Formnext 2025 sowie 3D-Druck-Fachbücher. Die Daimler Truck AG und die Daimler Buses GmbH sowie Filamentworld boten ein Pitchcoaching für alle Finalisten an.
Von der Idee zum 3D-gedruckten Produkt
Den ersten Platz konnte Philipp Enderle mit Pocketholds, 3D-gedruckten Klettergriff-Replikas, für sich entscheiden. Das Konzept: Über eine App können Kletterinnen und Kletterer Fotos von Klettergriffen am Fels einscannen, welche in ein Mesh umgewandelt werden und zu einem Griff ausgedruckt werden können. Das ermöglicht es ihnen, bestimmte Fels-Routen zuhause oder in einer Kletterhalle nachzubauen, sich die Fahrt in entfernte Klettergebiete zu sparen und die Routen auch außerhalb der Saison üben zu können.
„Ich bin unglaublich überrascht, dass ich heute gewonnen habe! Es gab so viele tolle und ausgereifte Ideen, weshalb es mich umso mehr freut, dass ich die Jury mit meinem Pitch überzeugen konnte“, sagte Philipp Enderle.
Der zweite Platz ging an Emrah Elci und Kerstan Faul von RideGlow. Ihre 3D-gedruckten Komponenten übertragen Blinkersignale des Motorrads auf die Kleidung des Fahrers und haben darüber hinaus eine integrierte Sturzerkennung.
Den dritten Platz belegten Malte Zachow und Yannick Stolzenburg mit ihrer webbasierten Softwarelösung „Voxelware“, die das Prinzip des Print-on-Demand auf den 3D-Druck im Onlinehandel überträgt.
Außerdem hatten folgende Teams den Einzug ins Finale geschafft und durften sich über Sachpreise und die Finalistentrophäe freuen: TREEHOOK, ein Ordnungssystem für Outdooraktivitäten wie Camping oder Angeln, Projekt „Verdelix“, ein Pflanzen-Helix-Turm für Indoor-Farming, Projekt „Skateboard MK4“, Projekt „Printogami - Inspired by Miura“, ein 3D-gedrucktes Faltobjekt auf Basis des Origami-Prinzips und Projekt „3D printed Polypill“, die es ermöglicht, mehrere Medikamente in nur einer Tablette einzunehmen.
Als Preisstifter waren dabei:
- 3D-Druck Akademie
- 3D Industrie GmbH
- Daimler Truck AG | Daimler Buses GmbH
- Mesago Messe Frankfurt GmbH, Veranstalter der Fachmesse Formnext
- HENSOLDT
- PROTOTEC
- Seifert Logistics Group
- Siemens Mobility GmbH
- Volksbank Ulm-Biberach eG
Die 3D-Druck-Challenge besteht aus drei Runden. In der ersten Runde bewertete ein Expertengremium alle Einsendungen. Die Einreichenden der besten Ideen wurden daraufhin aufgefordert, einen Businessplan zu entwickeln. Auf dessen Basis wurden die acht Finalisten (-Teams) ausgewählt.
Bildunterschriften:
Foto 1: Gruppenfoto aller Teilnehmenden und Jurymitglieder.
Foto 2: Philipp Enderle belegte mit „Pocketholds“, 3D-gedruckten Klettergriffen, den ersten Platz.
Foto 3: Emrah Elci (links) und Kerstan Faul von RideGlow belegten den zweiten Platz.
Foto 4: Alle Finalisten erhielten einen 3D-gedruckten Pokal.



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