Ulm News, 19.10.2025 11:00
Ein Glanzlicht der Woche: Sunshine-Termin ohne Sunshine – aber der Wasserturm im Wiley erstrahlt bald wieder, und OB Albsteiger freut das sehr
Der Wasserturm im Neu-Ulmer Wiley-Gebiet wird derzeit saniert, um nach nur knapp einem halben Jahr wieder in Rot und Weiß und weithin zu erstrahlen – ein Baudenkmal der amerikanischen Geschichte in Neu-Ulm und eins der wenigen Wahrzeichen der Stadt bleibt damit erhalten. Das hat nach OB Katrin Albsteiger vehementer Fürsprache auch der Stadtrat erkannt – und dann das Landesdenkmalamt. Nah, da kann`s doch wohl kaum höher hinausgehen.
38 Meter liegen vor dem Bauaufzug Marke Cabrio total, der auch im Geländer- und Handlauf-Bereich sehr luftig anmutet. Langsam ruckelt und zuckelt er samt seiner rund fünf bis sechs Insassen (je nachdem, was die erlaubte Gewichtsklasse zulässt) den Wasserturm nach oben. Im Verlaufe der 38 Meter wird das Wohlbefinden der Fahrgäste mit jedem Meter etwas weniger, aber wer von der versammelten Medien-Landschaft will sich da eine Blöße geben, wenn OB Katrin Albsteiger auf der Fahrt von der Rettungstat für den Turm erzählt? Da steigt man ein und guckt eben Richtung Turmbauarbeiten statt hinaus in die gold-gelbe Herbstregion. Es ist ein Erlebnis – so oder so.
Doch es war ein Sunshine-Termin leider ohne Sunshine, denn der Nebel hat der blendenden Aussicht von da oben einen kleinen Streich gespielt. Egal: das Wiley, ja Neu-Ulm behält eins seiner Wahrzeichen, zum Wasserturm im Kollmannspark im Glacis, den Wasserturm im Wiley, den die Amerikaner auf ihrem Armee-Areal 1951 erbaut hatten– übrigens auch als Kamin für das nahe Heizkraftwerk. Der Druck für die Wasserleitungen auf dem riesigen Kasernengelände konnte damit ausreichend hochgehalten werden.
Nach Abzug der „Amis“ wurde der Turm alsbald stillgelegt und er zeitnah zum Politikum. Abreißen, oder sanieren – oder sanieren und dann noch für etwas nutzen, etwa für ein Restaurant im Wasserbehälter?
Diese Variante schließt Katrin Albsteiger für die Zukunft nicht aus, wenn sich z.B. irgendwann einmal ein Investor fände – oder einer, der in die zehn Stockwerke mit je 80 m2 Fläche schöne Studentenwohnungen einbauen würde – natürlich mit Aufzug und Fluchttreppe und Sanitär- und Heizungsinfrastruktur – und obendrauf einen Raum für Kolloquien, schließlich steht der Turm ja direkt auf dem Campus der stark prosperierenden Hochschule Neu-Ulm. Doch das kostet eben mehrere Millionen Euro, und der Stadtrat hat sich zunächst einmal für die 760.000 Euro-Sanierung entschieden. Dazu wird es auch Landeszuschüsse geben.
Nur eine Feuerleiter am Außenbereich bleibt erhalten, die aber als Aufstieg nicht genutzt werden darf. Sonst müssen Hubsteiger die Bau-Kontrollen alle vier Jahr übernehmen, wie Klaus Laws, Leiter der Abteilung Hochbau der Stadt Neu-Ulm ausführt. Doch auch so als reines Schauobjekt mit weithin sichtbarer Strahlkraft hat ihn das Landesdenkmalamt als erhaltenswert erachtet, denn – man merke auf – mittlerweile sei er wohl einer der letzten seiner Art in Deutschland, und der steht: genau, in Neu-Ulm. Und wer genau rechnet: kommendes Jahr feiert der Wasserturm seinen 75. Geburtstag. Wer weiß, vielleicht wird das ja der nächste Sunshine-Termin am Turm.



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