Ulm News, 20.10.2025 11:45
Trauriges Glanzlicht der Woche: „Der Brand hat eingeschlagen wie eine Bombe“ – ausgebrannter Theater-Fundes erschüttert die Bürgermeister Ulms wie die Theater-Verantwortlichen
Die Tränen seien ihr bei der ersten Begehung gekommen, gibt die Verwaltungschefin des Theater Ulm zu. Angela Weißhardts Stimme zittert immer noch ein bisschen vor versammelter Medien-Mannschaft. Der ausgebrannte Theaterfundus in der alten Paket-Posthalle in der Ulmer Zeitblomstraße: ein Ort des Schreckens, den auch Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher rührt. Die Stadtgesellschaft solle bitte spenden – es gilt ein Kulturgut wieder herzustellen – nicht mehr, und nichts weniger.
Eine ulm-news Fotogalerie des ausgebrannten Theater-Fundus soll hier das Ausmaß der - ja, für das Theater Ulm - Katastrophe aufzeigen.
Einzig positiv sei, so der OB heute vor versammelter Medien-Mannschaft, dass bei dem Brand niemand zu körperlichem Schaden gekommen sei. Keine Verletzten, und keine Toten. Die Möglichkeit dazu bestand durchaus, denn als Tatverdächtiger gilt bislang bedauerlicherweise ein Obdachloser. Was wäre gewesen, wenn das Feuer etwa aus Unachtsamkeit entstanden, er eingeschlafen wäre, und dann? Nicht auszudenken.
Aber der groß umfängliche Theater-Fundus mit zahllosen Kostümen und Kulissen – nur mal als Vorstellung: 20 Brautkleider verbrannten – alle Kleider der BallettänzerInnen und viele Theaterbauten – ja, fast alles ist vollkommen zerstört. „Der Schaden“, so Theaterintendant Kay Metzger, „ist noch gar nicht abschätzbar, liege vielleicht im zweistelligen Millionenbereich?“ Man wisse es noch nicht, vielleicht wird man es nie erfahren, denn neben dem materiellen Wert – der hoffentlich von den Versicherungen berappt wird – sind auch historische Kostüme – auch Militär-Uniformen aus einer 100-jährigen Theatergeschichte vernichtet worden.
Die beiden Proberäume sind außerdem stark in Leidenschaft gezogen worden – hier können die Schauspieler in die alte Keppler-Sporthalle und ins D3 gleich nebenan in der Posthalle ziehen – notdürftig und übergangsweise.
Was noch an Kostümen und Kulissen zu retten war, kam ebenfalls in die Kepplerhalle oder auf die Wilhelmsburg – und ins Theater selbst, wo z.T. nun ganze Gänge mit Kleidungsständern voll stehen. In den kommenden ein, zwei Monaten wird die alte Paket-Posthalle jetzt leergeräumt und gesäubert. Erst dann kann man auch ggf. statische Probleme der Halle analysieren. Wird sie überhaupt nochmal nutzbar sein?
„An den aktuellen Aufführungen im Großen Haus des Theaters ist der Mangel an Kostümen noch nicht gar zu erkennen – das täuscht über das wahre Drama hier in der ausgebrannten Halle etwas hinweg“, sagt Kulturbürgermeisterin Iris Mann. Diese Kostüme seien ja schon drüben im Theater, bevor der Brand Ende Juni 2025 ausbrach – doch in der zweiten Spieljahreshälfte werde es wohl auch für die Zuschauer offensichtlich. Den Aufruf deshalb, den Johanna Kienzerle als Vorsitzende der Theaterfreunde formulierte, ist eindeutig: „Hier zu spenden und die finanziellen Mittel zusammen zu bekommen – sei nicht nur eine Aufgabe für die Stadtverwaltung – sondern auch für die gesamte Stadtgesellschaft.“
Bislang seien noch überschaubare 75 SpenderInnen auf sie zukommen – ein fünfstelliger Betrag eingegangen. Dennoch mit großem Dank.
Für Spenden einfach hier bei den www.theaterfrunden-ulm.de anklicken.
Auch auf ulm-news wird dazu zeitnah ein Button auf der Seite sein.
Eine Fotogalerie des ausgebrannten Theater-Fundus soll hier die Dimension des Schreckens aufzeigen.
Ulm-news hat zum Theater-Fundus-Brand mehrere Beiträge geschrieben – die unter der Suchfunktion und dem Begriff Theater-Fundus abrufbar sind.



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