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Ulm News, 28.02.2018 22:31

28. Februar 2018 von Ralf Grimminger
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Derby-Debakel: Riesen Ludwigsburg schießen Ulmer Basketballer mit 89:54 (53:21) Punkten aus der Halle


ratiopharm ulm verlor das Derby in Ludwigsburg gegen die MHP Riesen nach einer katastrophalen Leistung mit 89:54 (53:21) Punkten. Ausschlaggebend für die Niederlage (27:9; 26:12; 19:14; 17:19) der Ulmer war nicht die Spielansetzung, über die im Vorfeld von Trainer und Management gejammert und geklagt wurde, sondern eine desaströse Leistung eines Teams, das ohne Feuer, Leidenschaft und Lust am Spiel agierte. Es lief nichts. Das erkannte auch Trainer Thorsten Leibenath in seiner Analyse. Warum das so ist, wurde allerdings nicht klar. Die Ulmer Korbjäger sind noch auf einem Play Off-Platz. Doch die Teilnahme an der Meisterrunde ist in Gefahr.  

Die Niederlage ist schnell erklärt. ratiopharm ulm führte in den Anfangsminuten mit 2:5 Punkten, die Köpfe waren oben und die Körperhaltung stimmte. Doch dann drehten die MHP Riesen Ludwigsburg auf. Der Energie, den Ideen und vor allem der Lust am Basketballspiel hatten die Gäste nichts entgegen zu setzen. Die Ulmer verschossen einen Wurf nach dem anderen, während die Hausherren sicher aus der Distanz trafen oder sich sicher und oft unbedrängt durch die Ulmer Abwehr kombinierte. Das erste Viertel geriet so zum 27:9-Debakel. Auch im zweiten Viertel gelang es den Ulmern nicht, sich gegen den Druck der Ludwigsburger zu wehren. Auch die zweiten zehn Minuten sicherten sich die Ludwigsburger klar mit 26:12 Punkten. Zur Pause lagen die Ulmer schon deutlich mit 53:21 Punkten zurück. Das Spiel war gelaufen.
Die Ludwigsburger, die am Samstag gegen Tabellenführer Bayern München spielen, schalteten einen Gang zurück, waren aber dennoch noch besser als die Gäste, die nach wie vor total von der Rolle waren und die Würfe reihenweise verballerten. Das schwache dritte Viertel ging 19:14 an Ludwigsburg. Lediglich Ryan Thompson (13 Punkte) wehrte sich gegen die Klatsche und punktete mit Einzelaktionen. Auch Tim Ohlbrecht tat etwas für sein Selbstbewusstsein und kam insgesamt auf 9 Punkte. Ulmer Topscorer war am Ende der Nachwuchsspieler David Krämer mit 16 Punkten. Dank ihm gab es noch etwas Ergebniskosmetik und den 17:19-Gewinn des letzten Viertels. 54 Punkte ist bislang die schlechteste Offensivleistung der Ulmer in dieser Saison.
Das Debakel der Ulmer Basketballer in Zahlen: 20 Ballverluste, 40:32 Rebounds, 5 Treffer bei 22 Versuchen aus der Distanz (23 Prozent), 12 Treffer bei 28 Versuchen in der Zone (43 Prozent). Dazu trafen Per Günther (1), Ismet Akpinar (0), Luka Babic (0), Jerrelle Benimon (2) und Da’Sean Butler (3 Punkte) – für ihre Verhältnisse eigentlich nichts. Trainer Thorsten Leibenath kündigte nach dem Spiel ein hartes Training im Hinblick auf das Spiel gegen Bamberg am 11. März an angesichts der nahezu kampflos hingenommenen Niederlage.

Verunsichert und ohne Energie

Aber die Frage ist, warum gestandene, erfahrene, internationale Profis seit Monaten verunsichert, ohne Emotionen, ja fast lustlos spielen und sich bisherige sichere Leistungsträger wie Per Günther oder Da’Sean Butler, die ein Spiel schnell noch mit ihrer Energie drehen konnten und wohl auch noch können, dem angleichen. Gut, wer gewinnt, hat mehr Spaß am Spiel. Aber Profis können normalerweise mit solchen Situationen und Phasen umgehen.
Die Frage ist auch, ob sich Management und Trainer einen Gefallen tun, wegen einer Spielansetzung die BBL-Leitung anzugehen, schlagzeilenträchtig einen ungerechten Termin zu beklagen und zu versuchen, so Druck aufzubauen.
Das ist eine Strategie,  bei der sich die Basketballer schon bei der Diskussion um die Finanzierung des Orange Campus verdribbelt haben. Statt sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, werden Schuldige gesucht – Stadt, Verletzte, Presse oder jetzt die Liga und die Spielterminierung.
Vielleicht spürt die Mannschaft doch irgendwie, dass in diesem Jahr der Fokus – so ist zumindest die Außenwirkung – auf dem Millionen-Projekt Orange Campus liegt.
Die Mannschaftsvorstellung zu Saisonbeginn geriet schon zur Spendengala für das ehrgeizige Bauprojekt, es folgten Diskussionen über Diskussionen mit der Stadt Ulm, Eurocup, spannende Orange Campus Quiz-Fragen in der Viertelpause,  dann wieder Orange Campus, Liga-Spiele, dann „Charity“-Pokern für den Orange Campus, dann wieder - völlig unnötig - die Verkündung der Bankbürgschaften für den Orange Campus, obwohl das sportliche Highlight, das Pokalturnier, anstand, zu dem von ratiopharm ulm die Oberbürgermeister von Ulm und Neu-Ulm nicht eingeladen wurden. Auch bei der Final-Four-Pressekonferenz war ein wichtiges Thema: natürlich der Orange Campus. Jetzt folgt das Orange Dinner, bei dem Geld, nein nicht für den Orange Campus gesammelt wird, sondern für soziale Hilfsprojekte.
Das Thema Orange Campus geht mittlerweile vielen treuen Fans auf die Nerven, die sich im vergangenen Herbst noch von den Managern Stoll und Oettel über Facebook mobilisieren hatten lassen, zu Hunderten im Ulmer Rathaus Druck auf den Gemeinderat wegen des Orange Campus auszuüben. Ironische Kommentare in Facebook nach Niederlagen wie „Hauptsache der Orange Campus kommt“ oder „Stoll soll Hausmeister im Orange Campus werden“ zeigen, dass Fans durchaus eine Verbindung sehen. Die Außendarstellung der Basketballer ist wegen des monatelangen Gezeters um die Finanzierung des Campus jedenfalls verheerend.
Sechs Basketball spielenden Amerikanern, die im Zweifelsfall in der nächsten Saison wieder irgendwo anders in Europa spielen, wird es egal sein, was hier von welchem Geld gebaut oder nicht gebaut wird. Möglicherweise spüren sie und auch der immer dünnhäutiger auftretende Trainer aber in diesem Jahr einen besonderen Druck von Seiten des Managements. Denn für die Realisierung des Projekts benötigen die Manager Stoll und Oettel vor allem eines: Erfolg.
Möglicherweise hilft einfach die Konzentration aufs Wesentliche: Auf Basketball, mit dem sich die Ulmer in den vergangenen Jahren auch ohne Orange Campus völlig zurecht bundesweit mit Können und Geschick, guter Nachwuchsarbeit und herausragenden Spielern große Sympathien und viel Anerkennung erspielt haben.

Ralf Grimminger



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