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Ulm News, 30.12.2017 23:27

30. Dezember 2017 von Ralf Grimminger
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ratiopharm ulm unterliegt Tabellenführer Bayern München mit 75:89 Punkten


ratiopharm ulm unterlag Tabellenführer Bayen München am Samstag im letzte Spiel in diesem Jahr in der ausverkauften ratiopharm arena mit 75:89 (10:29; 21:19; 24:22; 20:19) Punkten. Die favorisierten und körperlich sehr robusten  Münchner waren an diesem Nachmittag eine Klasse für sich, die variabel im Angriff und hart in der Verteidigung spielten und so zumindest einigen Ulmer Korbjägern den Schneid abkauften. Beste Ulmer Werfer waren Trey Lewis mit 22 Punkten, Da`Sean Butler mit 13 und Ryan Thompson mit 11 Punkten.  Topscorer bei den Bayern war  Jared Cunningham mit 22 Punkten. Deutlich machte das Spiel auch, wie exzellent Ulm im vergangenen Jahr auf der Spielmacher-Position mit Per Günther und Braydon Hobbs besetzt war. Hobbs spielt jetzt in München - und Per Günther den Alleinunterhalter ohne gleichwertigen Back Up, der im Notfall neue Impulse setzen könnte.  

Eine stimmungsvolle Kulisse in einer ausverkauften ratiopharm arena und dazu mit Tim Ohlbrecht ein Publikumsliebling, der von den 6200 Fans lautstark begrüßt wurde. Beste Voraussetzungen also für ein heißes Derby, in das das Ulmer Team und auch die Fans mit großen Erwartungen gingen. Doch Bayern München machte schnell klar, dass in Ulm die Dauersiegesserie möglichst fortgesetzt werden sollte. Mit 6:16, dann 8:23 verschaffte sich der Tabellenführer schnell ein dickes Punktepolster.  Die Ulmer wiederum machten sich das Leben schwer durch fünf Fehlpässe in den ersten fünf Minuten. Dazu kamen Fehlwürfe und Abstimmungsprobleme in der Abwehr.
Der Tabellenführer aus München, der unterm Korb (12:4 Rebounds) klar dominierte, traf nach Belieben und führte nach den ersten zehn Minuten schon mit 10:29 Punkten.
Im zweiten Viertel kam Tim Ohlbrecht nach einjähriger Verletzungspause aufs Feld und erzielte seine ersten zwei Punkte. Trey Lewis legte mit einem Dreier nach. Doch die Bayerrn konterten eiskalt und erhöhten im Gegenzug auf 15:31 Punkte. Die Ulmer fanden einfach kein Mittel gegen die starke Abwehr der Gäste, die in der Offensive fast hundertprozentig sicher punkteten. Mitte des Viertels führten die Gäste bereits mit 20:41 Punkten. Die Abwehrarbeit der Ulmer wurde nun etwas besser, dennoch hielten die Gäste ihren Vorsprung und beendeten die erste Halbzeit mit einer klaren 31:48 Führung. Die Münchner Dominanz zeigte sich nicht nur bei den Punkten, sondern auch bei den Rebounds. Die Gäste, die in jeder Phase der ersten 20 Minuten wacher, aggressiver und schneller als die Ulmer waren, angelten sich bis dahin 21 Abpraller, die Ulmer nur 13 Rebounds. Die Ulmer konnten aber immerhin das zweite Viertel mit 21:19 Punkten für sich entscheiden. 
Im zweiten Durchgang änderte sich wenig. Die Münchner hatten das Spiel weiter gut unter Kontrolle. Die kämpfenden Hausherren fanden weiterhin nur selten den Weg durch die gut gestaffelte Abwehr der Gäste und kamen aus der Distanz selten in gute Wurfpositionen. Gegen Ende des Viertels lief dann David Krämer, der sich im zweiten Viertel einen herben Anpfiff wegen seiner Abwehrleistung vom Trainer abholen musste, heiß. Mit einem Drei-Punkte- Treffer und drei versenkten Freiwürfen brachte er sein Team auf 55:70 Punkte heran.
Zu Beginn des Schlussviertels war ratiopharm ulm mit vier schnellen Punkten plötzlich wieder mit 59:70 Punkten auf Schlagdistanz. Die Halle bebte, die Hoffnung lebte. Doch der Tabellenführer verwaltete nun klug und souverän seinen Vorsprung, ging allerdings auch nicht mehr mit letzter Konsequenz den Bällen hinterher. Bayern München gewann das Spiel schließlich sicher mit 75:89 Punkten. Es ist der 12. Sieg in Folge für die Bayern, die in der Liga in dieser Saison bislang das Maß aller Dinge sind und auch international hervorragend spielen.
Positiv für das Team von ratiopharm ulm ist, dass es immerhin drei Viertel knapp gewinnen konnte. Ulm hatte jedoch nie die Chance, sich nach dem ersten Viertel (10:29) wieder näher an den Ausgleich heranzuarbeiten oder gar das Spiel zu drehen.
So blieb dem Ulmer Trainer Thorsten Leibenath nur die klare Aussage, "dass München das klar bessere Team war". Ihn ärgerte, dass sein Team bei den Rebounds vor allem in der ersten Hälfte nicht konsequent genug zugegriffen hat. Insgesamt bemängelte er, dass "wir vor allem anfangs zu ängstlich gespiet haben".. Einen Teil der Niederlage nahm er auf seine Kappe. Möglicherweise sei sein Team mit der falschen Takti k, nämlich einer zu aggressiven Verteidigung "gegen eine so starke Mannschaft" ins Spiel gegangen. Durch das Doppeln seien freie Räume entstanden, "die die Münchner sofort genutzt haben". 
Deutlich machte das Spiel aber auch, wie exzellent Ulm im vergangenen Jahr auf der Spielmacher-Position mit Per Günther und Braydon Hobbs besetzt war. Hobbs zieht jetzt die Fäden im Spiel bei Bayern München, Per Günther dagegen ist bei ratiopharm ulm nun der Alleinunterhalter. Der junge Ismet Akpinar ist als Spielmacher gegen Kaliber wie die Bayern (noch) überfordert, ebenso wie Toure Murry, der im Topspiel den Vorzug vor Luje Hanrangody erhalten hatte. Murry gelang wenig und spielt ängstlich, weshalb möglicherweise ein robuster Spieler wie Harangody gegen die körpelrlich überlegenen  Münchner die bessere Option gewesen wäre. So aber spielte Per Günther wieder (zu) viele Minuten. Da er geschickt in Schach gehalten und an seinen Distanzwürfen gehindert wurde, fehlte schon ein wichtiges Element im Spiel der Ulmer. In der vergangenen Saison kam in solchen Situationen  Braydon Hobbs aufs Feld und setzte wichtige und für den Gegner neue Impulse. Doch der spielt ja jetzt in München . . .       



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