Banner Oben (Platzhalter)

Ulm News, 22.12.2017 08:00

22. Dezember 2017 von Ralf Grimminger
0 Kommentare

IHK-Vortrag: Studienabbruch – Chance auf Veränderung


Zielführende Information im Vorfeld, eine individuelle Beratung sowie eine enge Kooperation und Kommunikation zwischen Schulen und Hochschulen sind die beste Prävention gegen die steigende Zahl von Studienabbrüchen – die derzeit bei 29 Prozent liegt (in Deutschland). Die Praxis sieht allerdings anders aus, wie der Vortrag von Dr. Ulrich Heublein vom Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) bewies: Der Wissenschaftler, einer der führenden Forscher in Sachen Studienabbrüche in Deutschland, war Ende November zu Gast in der IHK Ulm. 

Vielschichtige Ursachen für Studienabbrüche Zunächst definierte Dr. Ulrich Heublein den Begriff Studienabbruch als „Verlassen des Hochschulsystems ohne Abschluss“. Das vollzieht sich – zwar studiengangabhängig – meist in einen Prozess, der im zweiten Semester beginnt und nach weiteren zwei Semestern zur Entscheidung führt. Daher basiert seine Studie auf den Anfängerjahrgängen 2010-2012. Dr. Heublein gliederte seine Ausführungen in drei Teile: Zu den vorhochschulischen Einflussfaktoren, die zu einem Abbruch führen, gehören Bildungsherkunft, absolvierte Schulart zum Erreichen der Hochschulzugangsberechtigung, fachliche Defizite, die Wahl des Studiengangs nach beruflichen Chancen oder Status, Zweitwahl statt Wunschstudium, Überforderung bei der Auswahl und die frühzeitige Konditionierung durch die Eltern. Zu den externen Einflussfaktoren gehören Praxisbezug, Wohnortnähe und Finanzen. „Zehn bis zwölf Stunden pro Woche neben dem Studium jobben, und das am besten fachbezogen, ist okay, alles weitere führt zu Überforderung“, so Heublein, der zudem aufgrund seiner Studie für wohnortnahes Studieren plädierte. „Bei diesen Studierenden ist die Abbruchquote deutlich geringer.“ Schließlich richtete Dr. Heublein den Fokus auf die Studienbedingungen. Die Fähigkeit, mit der geforderten und notwendigen Eigenaktivität umzugehen, einen engen Kontakt zu den Dozenten und den Kommilitonen zu pflegen, die erforderliche Leistung zu bringen und sich mit seinem Fach zu identifizieren, sind Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Studienabschluss. Mangelt es daran, steigt das Risiko eines Studienabbruchs. Zwar ist Scheitern nicht per se schlecht, aber der Weg dorthin ist meist mit persönlichen Niederlagen und negativen Erfahrungen verbunden. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Schulen und Hochschulen und klare Informationen über die Anforderungen in den einzelnen Fächern könnten Überforderung und fehlende Eignung als die wesentlichen Gründe für einen Studienabbruch reduzieren. Ein Modell, mit dem überprüfbar ist, ob die Schule vor allem im naturwissenschaftlich-technischen Bereich ausreichend auf ein Studium vorbereitet, gibt es in Baden-Württemberg bereits: COSH (Cooperation Schule Hochschule). Nur wird es bisher wenig genutzt. „Wenn es gelingt, das zu ändern, sind wir auf einem guten Weg“, schloss Dr. Heublein. IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle wies in seiner Begrüßung auf das im Januar 2017 aufgelegte Serviceangebot der IHK Ulm für Studienabbrecher und Studienzweifler hin. Es unterstützt die Zielgruppe bei der Neuorientierung und der Suche nach Alternativen zum Studium. „Neue Ziele im Blick. Studienabbruch – Chance auf Veränderung“ ist der Name des Projekts, das bereits von 100 Interessierten genutzt wurde. Unternehmen bietet es die Möglichkeit, qualifizierte Auszubildende oder Berufsanfänger zu gewinnen. Immerhin entscheiden sich 44 Prozent der Studienabbrecher anschließend für eine duale Ausbildung, 32 Prozent wechseln in eine Berufstätigkeit. Dr. Heublein machte deutlich, dass über 90 Prozent der Studienabbrecher, die eine duale Ausbildung begonnen haben, diese auch erfolgreich abschließen – ein guter Grund für Unternehmen, Studienabbrecher verstärkt in den Blick zu nehmen.



Bitte rechts oben einloggen, um Kommentare zu schreiben.
Hapag Looyd

Grüne

Termine & Kino

weitere Termine
Jan 12

52-jährige Frau aus Neu-Ulm kommt bei Unfall ums Leben - Autofahrer verursacht zwei Unfälle in wenigen Minuten
Tödliche Verletzungen erlitt eine 52-jährige Frau aus Neu-Ulm  bei einem schweren Verkehrsunfall am...weiterlesen


Jan 07

Von Einbrecher niedergeschlagen - 59-jähriger Hausbewohner stirbt im Krankenhaus
Der 59 Jahre alte Hausbewohner, der am Samstag Einbrecher in seiner Wohnung ertappt hat und von diesen...weiterlesen


Jan 17

Polizei nimmt Einbrecher-Ehepaar fest - Duo wird für Tod eines 59-Jährigen in Ulm verantwortlich gemacht
 Im Zusammenhang mit dem Tod eines 59-Jährigen nach einem Einbruch in seiner Wohnung am Veltlinerweg in...weiterlesen


Jan 14

Verwahrloste Frau leicht bekleidet beim Einkaufen
 Am Samstagmittag meldeten Passanten eine nur leicht bekleidete Frau ohne Schuhe in der Schwamberger...weiterlesen


Jan 09

Ergebnis der Obduktion: 59-jähriges Einbruchsopfer verstarb in Folge schwerer Kopfverletzungen
Nach dem Tod des 59-Jährigen am Samstag in einer Ulmer Wohnung ist die Obduktion mittlerweile...weiterlesen


Jan 11

Prominenter Zuwachs bei Donau 3 FM: Andi Scheiter verstärkt die „Morningshow“
 Paukenschlag zum Jahresanfang bei Donau 3FM: Der im süddeutschen Privatradio bestens bekannte Moderator...weiterlesen


Jan 07

Christbaum brennt: Älteres Ehepaar kommt durch Rauchvergiftung ums Leben
Ein älteres Ehepaar ist an Dreikönig in Vöhringen ums Leben gekommen. Todesursache ist vermutlich eine...weiterlesen


Jan 15

Mit fast 100 km/h im Stadtgebiet geblitzt - Über 50 Autofahrer zu schnell unterwegs
Am Sonntag in den Vormittagsstunden fand eine Geschwindigkeitsmessung in Neu-Ulm, Memminger Straße, in...weiterlesen







 
Nachrichten Community Ulm Kultur Filme

Allgemein

Wirtschaft

Sport

User

Links

Über Ulm

Allgemein

Künstler

Kulturleben

Filme

Schauspieler

Regisseure

Drehbuch

Kamera

Schnitt

© ulm-news.de, Nachrichten für Ulm und Umgebung   KONTAKT | FAQ | IMPRESSUM nach oben

Passwort / Benutzername vergessen? // Jetzt registrieren