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Ulm News, 12.10.2017 16:22

12. Oktober 2017 von Ralf Grimminger
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Der Euro: Wie stark ist er und wie ist seine bisherige Entwicklung zu bewerten?


In 2016 entschied sich die Mehrheit der britischen Bürger für einen Ausstieg aus der EU.  Ein Jahr zuvor wählten die Griechen den Grexit und damit eigentlich auch den Abschied von der Euro Währung. 

Wie haben sich diese Ereignisse auf die Eurozone und die Stabilität des Euros ausgewirkt? Und bietet die EU als Staatenbündnis immer noch Vorteile für die zugehörigen Länder? 
Am 20. September stellte sich Michael Fuchs, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, einem wirtschaftspolitischen Interview in dem US-amerikanischen Fernsehsender Bloomberg TV.  
Neben Fragen rund um die zu dem Zeitpunkt bevorstehende Bundestags-Wahl in Deutschland, wurde auch die europäische Wirtschaftslage mit einer Sicht auf das aktuelle EUR/US Dollar Währungsverhältnis thematisiert.
Laut Fuchs hält er das aktuelle EUR/US Dollar-Niveau durchaus für “vernünftig”. Fuchs gibt zwar zu, dass die Finanzlage in Griechenland sich noch nicht stabilisiert hat und auch in Frankreich die Entwicklungen Besorgnis erregend sind, aber abzuwarten sei, wie es nach den Reformen weitergeht. Jedoch sei seiner Meinung nach die Situation in Europa insgesamt positiver zu bewerten als noch vor einigen Jahren, da auch Italien mit dem derzeitigen EUR/USD Niveau leben kann. Was “vernünftig” in diesem Zusammenhang überhaupt bedeutet, muss in einem umfangreicheren Kontext betrachtet werden.
Der Euro wurde am 1. Januar 2002 als offizielles Zahlungsmittel in zwölf, zum damaligen Zeitpunkt teilnehmenden, EU-Staaten eingeführt. Zusammen bilden mittlerweile 19 EU-Mitgliedsstaaten, die den Euro als Währung führen, die Eurozone. Wie stark sich der Euro auf dem Währungsmarkt darstellt, wird am Verhältnis zum US-Dollar abgelesen. Der Eurokurs startete mit seiner Bargeld-Einführung in 2002 sehr schwach unter der Euro-Dollar- Parität (1:1). Der Euro konnte jedoch mit der Zeit kontinuierlich aufwerten und erreichte im Jahr 2008 seinen bisherigen Höchstwert mit über 1,59 USD pro 1 Euro. Es ist unbestritten, dass sich die Vorkommnisse in Griechenland negativ auf die Euro-Währung ausgewirkt haben.
Doch nachdem der Euro sich mit der griechischen Finanzkrise wieder der Euro- Dollar-Parität genähert hatte, pendelte sich der Wechselkurs derzeit um 1,17 EUR/USD ein. Wenn man demnach die Entwicklung des Euros über den Zeitraum von nunmehr 15 Jahren betrachtet, ist die Umschreibung “vernünftig” ganz passend gewählt. Der aktuelle Wechselkurs lässt vielleicht nicht zu Jubelschreien verleiten, jedoch hält er sich letzten Endes trotz diverser Krisen relativ stabil. Um besser verstehen zu können, woraus sich der Eurokurs entwickelt, muss man wissen, dass die Wechselkurse auf dem weltweit größten Finanzmarkt, dem Devisenmarkt bzw. dem Forex (Foreign exchange market), festgelegt werden. Hier werden täglich die verschiedenen international wichtigsten Währungen gehandelt und getauscht. Als Devisen werden alle, für das jeweilige Inland, anderen ausländischen Währungen bezeichnet. Auf dem Forex werden Tagesumsätze von mehr als 5 Billionen US-Dollar gehandelt. Forex-Händler können dadurch ausgesprochen hohe Rendite erzielen, wenn sie die Marktbegebenheiten mit ausreichendem Sachverständnis beurteilen können. Am Handel auf dem Devisenmark t sind große Kreditinstitute, internationale Unternehmen und auch Devisenmakler beteilig t.
Als Normalsterblicher erhält man keinen direkt en Zugang zum Forex, daher muss man zuerst einen geeigneten Devisenmakler (Forex-Broker) ausfindig machen, der einem ein Handelskonto bereitstellen kann.
Der Forex-Handel ist sehr komplex und zudem ist er immer wieder unvorhergesehenen Schwankungen ausgesetzt, weshalb man die vielen verschiedenen Forex-Broker genauestens miteinander vergleichen muss, um sich dem Devisenmarkt als Anleger anschließen zu wollen. Wenn man sich also ernsthaft mit dem Devisenhandel vertraut machen möchte, ist es sehr wichtig, Forex-Broker Beurteilungen zu studieren. Durch die verschiedenen Ratings lässt sich viel klarer erkennen, welches die aktuell besten Handelwebseiten sind und welche Forex-Broker wirklich vertrauenswürdig und zuverlässig sind.
Die bedeutsamsten Währungen, die am Devisenmarkt gehandelt werden, entstammen den weltweit größten Wirtschaftsräumen USA, EU und Japan. Außerdem gibt es eine große Nachfrage nach finanzstarken Währungen wie dem Britischen Pfund und den Schweizer Franken, sowie Währungen rohstoffreicher Länder aus z.B. Kanada und Australien. Die verschiedenen Währungen werden auf dem Forex immer in Paaren abgebildet. Das am meisten gehandelte Währungspaar seit der Einführung des Euros ist das Verhältnis EUR/USD, das alleine im Jahr 2010 einen Anteil von 28% am weltweiten Handelvolumens aufweisen konnte. Wie sich ein Währungskurs entwickelt, hängt von der Nachfrage nach der jeweiligen Währung ab. So wird die Nachfrage täglich neu bewertet und ein Währungskurs kann von einem Tag auf den anderen ansteigen bzw. auch drastisch fallen. Die aktuelle Situation eines Staates oder Wirtschaftsraumes hinsichtlich wirtschaftlicher und politischer Faktoren hat einen sehr hohen Einfluss auf die Nachfrage nach einer Währung und damit auch auf die Höhe des Devisenkurses. So hat beispielsweise die Wirtschaftskrise in Griechenland entgegen anderer Annahmen den Euro 2015 in einen Tiefpunkt fallen lassen, auch wenn der Wert der europäischen Einheit immer wieder beschworen wird. Und auch die Entscheidung der Wähler im Vereinigten Königreich für einen Austritt aus der EU hat in 2016 für eine extreme Abwertung des bis dahin starken Britischen Pfunds gesorgt. Bei solchen Ereignissen handelt es sich um äußere, damit für uns sichtbare, Faktoren, die auf die Währungskurse einwirken.
Daneben spielen viele weitere Aspekte eine entscheidende Rolle bei der Festsetzung der täglichen Devisenkurse, die tatsächlich aber nur von Fachexperten als Trend wahrgenommen werden können, da sie in diese spezifische Thematik viel tiefer eingearbeitet sind. Um nun wieder auf das "vernünftige" EUR/USD Niveau zurückzukommen, darf man für die Bewertung diese Aussage nicht außer Acht lassen, wie sich die Devisenkurse auf die innere Wirtschaft eines Landes auswirken können. Ein Spitzenwert des Euros von 1 zu 1,59 zum USD zum Beispiel wertet die heimische Währung auf und man erh ält mehr Auslandswährung für sein eigenes Geld. Positiv Effekt e , die aus der Währungsaufwertung resultieren könn e n, sind zum einen, dass der Import von Waren für inländische Unternehmen attraktiver wird und Privatpersonen Produkte und Dienstleistungen im Ausland zu besseren Konditionen erhalten können. Das kann auch bedeuten, dass in dem Land mit der abgewerteten Währung der Tourismus gestärkt wird. Allerdings sinkt mit der Aufwertung der Eigenwährung gleichzeitig die Nachfrage aus dem Ausland nach Exportartikeln. Ist ein Staat abhängig von seinen Exporten oder auch dem Tourismus, dann ist eine Währungsaufwertung nicht immer willkommen. Daher kann eine Abwertung der eigenen Währung als wirtschaftspolitisches Instrument eingesetzt werden, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit anzukurbeln. Allerdings können Länder innerhalb einer Währungsunion nicht eigenmächtig handeln und ihnen steht diese Möglichkeit, die eigene Währung abzuwerten, um einer Wirtschaftskrise zu entgehen, nicht zur Verfügung. Das verleitet einige Ökonomen zu der Annahme, dass Staaten wie Griechenland ohne den Euro besser da stünden. Wobei berücksichtigt werden sollte, dass der Währungskurs nicht als der einzig treibende Indikator für ein funktionierendes Wirtschaftssystem gesehen werden darf.  Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Euro als Währung sich seit der Einführung gut entwickelt hat und trotz Schwankungen, denen er von Zeit zu Zeit unterliegt, eine stabile Position auf dem Devisenmarkt einhalten kann und damit zu einem ausgeglichenen Import- /Exporthandel innerhalb Deutschlands beiträgt.



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