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Ulm News, 19.09.2017 19:37

19. September 2017 von Ralf Grimminger
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Ausstellung zum 100. Geburtstag des Ulmer Sammlers Kurt Deschler in der Sparkasse Neue Mitte


Am 18. September wäre der Ulmer Unternehmer und Kunstsammler Kurt Deschler 100 Jahre alt geworden.  Um den Menschen Kurt Deschler und seine große Sammlung zu würdigen, zeigen die Sparkasse Ulm und das Museum Ulm zwei sehenswerte Ausstellungen. Die Ausstellung ist bis zum 4. Dezember montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 16.30 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 16 Uhr in der Sparkasse Neue Mitte zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

Um den Menschen Kurt Deschler und seine große Sammlung zu würdigen, zeigen die Sparkasse Ulm und das Museum Ulm zwei sehenswerte Ausstellungen. Das Museum Ulm eröffnet am 20. Oktober eine Ausstellung, die einen Querschnitt aus der Sammlung zeigt. Die Sparkasse Ulm eröffnete gestern, am 18. September, am Geburtstag Kurt Deschlers, die Ausstellung des tschechischen Künstlers Aleš Lamr, der repräsentativ für den (süd)osteuro-päischen Teil der Sammlung steht. Die Ausstellung ist bis zum 4. Dezember montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 16.30 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 16 Uhr in der Sparkasse Neue Mitte zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die Sammlung Deschler

Kurt Deschler (1917-2003) war vieles und für vieles bekannt: Textilfabrikant, 25 Jahre lang Ulmer Stadtrat, aktives Mitglied im TSG Söflingen und im Tennisclub Ulm, Mitinitiator des Söflinger KUSS, Träger des Bundesverdienstkreuzes – und engagierter Liebhaber und Sammler von Kunst. Dieser Kunst-Leidenschaft widmen sich die beiden Ausstellungen in der Sparkasse Ulm und im Museum Ulm. Der gebürtige Ulmer beginnt 1947 die Kunst seiner Zeit zu sammeln. Ihn fasziniert, wie Künstler die Aufbruchsstimmung nach dem Krieg in Bildern wiedergeben. Grieshaber, Hölzel, Baumeister und Nay, aber auch viele (noch) unbekannte Künstler, wie z.B. Antes, ziehen ihn an. Denn er geht nicht danach, welche öffentliche Bedeutung ein Künstler hat oder ob eine Kunstrichtung zu seiner Sammlung passt. Kurt Deschler verlässt sich ganz auf das, was er sieht, und auf sein Gefühl. „Man kann das nicht lernen, es ist eine Gnade“, sagt er. Ab 1987 entdeckt Deschler in seiner Sammlung noch einmal ein ganz neues Gebiet. Mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“, beginnt er in den (süd)osteuropäischen Raum zu reisen. Dessen Öffnung und der dadurch möglich gewordene Neuanfang reizen ihn. Deschler will die künstlerischen Ausdrucksformen dieses Aufbruchs entdecken. Mal alleine, mal in Begleitung seiner Frau Vera und oder eines ihrer drei inzwischen erwachsenen Kinder reist er im Schlafwagen nach Budapest und Prag, nach Serbien und Bulgarien und in viele andere Länder Ost- und Südosteuropas. Dort sucht er nach zeitgenössischen Künstlern, die meist noch unbekannt sind. Er besucht Museen, Galerien, Ausstellungen. Wenn er ein Werk entdeckt, das ihn fesselt, dann forscht er nach dem Künstler, bis er ihn kennengelernt hat und in seinem Atelier steht. Ziehen ihn dort die Bilder oder Skulpturen immer noch in ihren Bann, dann bedeutet das meist den Beginn einer langen Freundschaft. Anlässlich des Geburtstages von Kurt Deschler, der am 18. September 100 Jahre alt geworden wäre, zeigen das Museum Ulm und die Sparkasse Ulm einen Ausschnitt aus seiner umfangreichen Kunstsammlung. Das Museum Ulm würdigt in seiner Ausstellung, die am 20. Oktober eröffnet wird, die ganze Bandbreite der großen Sammlung. Die Sparkasse Ulm zeigt Werke eines einzelnen Künstlers, Aleš Lamr, der hier den osteuropäischen Teil der Sammlung repräsentiert. Aleš Lamr Malerei, Zeichnung, Skulpturen, Fotografie – in allen Bereichen der Kunst ist Aleš Lamr zuhause. Geboren 1943 in Olmütz (Tschechien), besuchte er von 1960 bis 1964 die Staatliche Kunst- und Gewerbeschule in Brünn. Seine Arbeiten wurden und werden in vielen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt. 1965 erhielt er in Barcelona den Joan-Miró- Preis. Wichtige europäische, japanische und amerikanische Sammlungen besitzen Arbeiten von Lamr. Seine Werke befinden sich unter anderem auch in der Tschechischen Nationalgalerie, im Präsidentenpalast in Prag und im Museum für Moderne Kunst in Paris. Heute lebt und arbeitet Aleš Lamr in Prag. Kurt Deschler erklärte einmal: „Malerei ist der Umgang mit Farbe und nicht mit der Nicht-Farbe.“ Da überrascht es nicht, dass er von den Werken Lamrs angezogen wurde. Beherrschendes Stilmittel des Künstlers sind nämlich leuchtende Farben, die zu explodieren scheinen. Auch in der hier ausgestellten Reihe von Tusche- und Aquarellarbeiten strahlt dem Betrachter das Kolorit schon von weitem entgegen. Klar gegeneinander abgegrenzte Farbfelder ergeben Bilder von fantastischen Freiheiten, die manchmal gegenständlich, manchmal figürlich, oft abstrakt wirken. Kurt Deschler traf auf Lamrs Bilder erstmals 1992 in einer Prager Ga lerie. Lamr weilte zu der Zeit weit entfernt mit der Familie in seinem Ferienhäuschen. Zurück in Deutschland, kaufte Deschler die ersten Bilder, ohne den Künstler zunächst zu kennen. Das persönliche Treffen wurde nachgeholt und es entwickelte sich eine intensive Verbindung: Deschler kaufte noch häufiger Werke von Aleš Lamr, vermittelte dem Künstler eine Ausstellung im Edwin-Scharff- Haus in Neu-Ulm und anschließend weitere Ausstellungen in ganz Deutschland. Wie bei den meisten Künstlern, deren Werke er sammelte, verbanden Kurt Deschler und seine Familie nicht nur die Liebe zur Kunst mit dem Maler und Bildhauer; es entwickelten sich auch langjährige, persönliche Freundschaften.



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