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Ulm News, 25.07.2017 12:53

25. Juli 2017 von Ralf Grimminger
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Professor Carsten Streb erhält Wissenschaftspreis der Stadt Ulm


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Beschreibung: Professor Carsten Streb wird anlässlich der Schwörfeier im Rathaus mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet der Stadt Ulm;

Fotograf: uni Ulm

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Für die innovative Entwicklung maßgeschneiderter Materialien, die sich für vielfältige technologische Anwendungen optimieren lassen, wurde der Chemiker Professor Carsten Streb mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Ulm ausgezeichnet. Überreicht wurde ihm der insgesamt mit 15 000 Euro dotierte Preis, den sich der Uni-Wissenschaftler mit Professor Martin Heßling von der Hochschule Ulm teilt, am Schwörmontag von Oberbürgermeister Gunter Czisch.

Prof. Carsten Streb erhält den Wissenschaftspreis der Stadt Ulm für die Universität Intelligente Materialien für globale Herausforderungen Für die innovative Entwicklung maßgeschneiderter Materialien, die sich für vielfältige technologische Anwendungen optimieren lassen, wurde der Chemiker Professor Carsten Streb mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Ulm ausgezeichnet.
Überreicht wurde ihm der insgesamt mit 15 000 Euro dotierte Preis, den sich der Uni-Wissenschaftler mit Professor Martin Heßling von der Hochschule Ulm teilt, am Schwörmontag von Oberbürgermeister Gunter Czisch. Aufgrund des akut einsetzenden Starkregens war die Verleihung nach der traditionellen Schwörrede des Stadtoberhauptes kurzerhand vom Weinhof ins Rathaus verlegt worden. Carsten Streb, der mit 34 Jahren seine Professur an der Universität Ulm antrat, forscht am Institut für Anorganische Chemie I zu speziellen Metalloxid-Verbindungen, die durch ein spezifisches Materialdesign passgenau funktionalisiert werden können. Im Blick hat der Wissenschaftler dabei nichts weniger als neue Lösungsansätze für globale Herausforderungen – beispielsweise für die Energiewende oder für die Trinkwasseraufbereitung in Entwicklungsländern. Sein wissenschaftliches Interesse gilt dabei einer ganz speziellen Klasse von Metalloxiden, den sogenannten Polyoxometallaten (POMs). Diese besonderen Metalloxide sind molekulare Cluster aus so genannten Übergangsmetallen, die über Sauerstoffatome verbrückt sind und dabei stabile dreidimensionale Netzwerke ausbilden. Zu ihren herausragenden chemischen Eigenschaften gehören eine hohe Reaktivität sowie eine außerordentliche Robustheit.
Das Besondere: Auf der Nanoebene lassen sich die Molekülstrukturen der POMs gezielt im Labor modifizieren und so auf verschiedenste Anwendungen zuschneiden. Wie das ganz konkret geht, konnte der Ulmer Chemiker anhand zahlreicher innovativer Entwicklungen zeigen. So wurde in seiner Arbeitsgruppe eine Art „künstliches Blatt“ entwickelt, genauer gesagt ein lichtgetriebener Wasseroxidationskatalysator, der als Photosynthese-Modell die nachhaltige Umsetzung von Wasser zu Sauerstoff realisiert. Streb forscht zudem erfolgreich an der Entwicklung neuartiger Komposite, die sich für den Einsatz in Hochleistungsbatterien oder als sauerstoffresistente Katalysator-Materialien eignen.
Doch nicht nur Themen wie die Energiespeicherung und -wandlung liegen dem 37-jährigen Forscher am Herzen, sondern auch ganz alltagspraktische Probleme wie die Trinkwasseraufbereitung. Sein Arbeitskreis war maßgeblich an der Entwicklung eines POM-basierten Filtermaterials beteiligt, das organische, anorganische, mikrobielle und sogar radioaktive Verunreinigung wirksam aus verschmutztem Wasser entfernt – und das nicht nur leicht handhabbar ist, sondern auch vergleichsweise einfach und preisgünstig hergestellt werden kann. Und auch unerwünschten chemischen Phänomenen wie dem Rost rückt der Wissenschaftler mit seiner Arbeit zu Leibe, beispielsweise mit einem besonders säurestabilen und selbstheilenden Korrosionsschutzmittel. Carsten Streb, 1979 in Pirmasens geboren, hat an der Technischen Universität Kaiserslautern Chemie studiert und wurde dort für den besten Studienabschluss in seinem Fach mit dem Adolf-Steinhofer-Preis ausgezeichnet. Nach seiner erfolgreichen Promotion (2008) an der University of Glasgow (Schottland), forschte er am James Watt Nanofabrication Centre dieser Universität über nanostrukturierte Metalloxid-Halbleiter.
Als L iebig-Stipendiat des Fonds der Chemischen Industrie kehrte Streb 2009 schließlich nach Deutschland zurück, um an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg über den Einsatz von molekularen Metalloxiden in der Katalyse und Energiewandlung zu habilitieren. Seit 2013 forscht und lehrt Streb an der Universität Ulm. Mit mehr als 80 wissenschaftlichen Publikationen, davon eine beachtliche Zahl in renommierten Fachjournalen, und Drittmitteleinwerbungen von über einer Million Euro gehört Professor Carsten Streb in der Forschung zu den erfolgreichsten jungen Professoren der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Ulm.
Doch auch die Lehre und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses liegen ihm am Herzen. Als Juror engagiert er sich beispielsweise seit mehreren Jahren für den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“. „Professor Carsten Streb verbindet in seiner wissenschaftlichen Arbeit materialwissenschaftliche Grundlagenforschung mit innovativem Materialdesign. Die Themen, die er beforscht, passen ganz hervorragend zu den strategischen Entwicklungszielen der Universität, und mit seinen international sichtbaren Erfolgen stärkt er den Forschungsstandort Ulm maßgeblich“, betont Universitätspräsident Professor Michael Weber. Der Wissenschaftspreis der Stadt Ulm für hervorragende wissenschaftliche Leistungen wird an herausragende Personen, Forschungs- oder Arbeitsgruppen der Universität und der Hochschule Ulm vergeben. Aufgrund des 50. Jubiläums der Universität war die Preisverleihung, die sonst alle zwei Jahre stattfindet, von 2016 auf 2017 verschoben worden. Den Wissenschaftspreis für die Hochschule Ulm nahm in diesem Jahr Professor Martin Heßling entgegen, für seine herausregenden Leistungen im Bereich Medizintechnik.
Der Wissenschaftler von der Fakultät für Mechatronik und Medizintechnik wurde ausgezeichnet für seine angewandte Forschung zum Einsatz von LEDs bei der Desinfektion von Trinkwasser sowie zur Durchführung patientenschonender Augenoperationen. „Spitzenforschung hat in Ulm einen festen Platz. Dies unterstreicht der im zweijährigen Turnus von der Stadt Ulm verliehene Wissenschaftspreis“, sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch. Die Bedeutung dieser Auszeichnung werde auch dadurch deutlich, dass die Verleihung im Rahmen der Schwörfeier am höchsten „Feiertag“ der Ulmer, dem Schwörmontag, stattfinde. „Wir möchten mit dem Wissenschaftspreis nach außen sichtbar machen, was an den Ulmer Hochschulen geleistet wird und wie wichtig diese Innovationen sind, die aus der Wissenschaftsstadt kommen", so Czisch.
„Ich freue mich sehr über diese große Auszeichnung, die uns zu weiteren Höchstleistungen anspornt. Ganz besonders möchte ich mich bei meinen Mitarbeitern bedanken, ohne deren Fleiß und Einsatz diese Arbeiten so nicht möglich gewesen wären“, so der Uni-Preisträger.



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