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Ulm News, 19.05.2017 20:00

19. Mai 2017 von Ralf Grimminger
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Erste Mitgliederversammlung der "initiative.ulm.digital": In kurzer Zeit im Bereich der Digitalisierung in Ulm viel auf den Weg gebracht


Das Schwörhaus in die Gänge und LoRaWAN, ein regionales Netz für das Internet der Dinge, auf den Weg gebracht. Neue Mitglieder gewonnen: Die initiative.ulm.digital hat sich im ersten Jahr ihres Bestehens fest etabliert. Das zeigte sich bei der ersten Mitgliederversammlung. 

Günter Czisch - ein Anarchist? Zumindest in Bezug auf die Entwicklung der digitalen Stadt, einem Herzensanliegen des Ulmer Oberbürgermeisters, schwärmt das Stadtoberhaupt über den unkonventionellen Ansatz der im vergangenen Jahr durch Unternehmer und Institutionen wie Universität, Hochschule oder IHK ins Leben gerufenen initiative.ulm.digital.
"Echt faszinierend" nannte der OB, der neben dem Ulmer Uni-Präsidenten Michael Weber Schirmherr der Initiative ist, auf der Mitgliederversammlung, was der Junge Verein in kaum zehn Monaten für einen Weg genommen hat. Czisch meinte damit nicht nur in der kurzen Zeit an wahrnehmbaren Erfolgen zu verbuchen war und an realen Perspektiven aufgezeigt wurde durch den Vorsitzenden der Initiative Herbert Fritz und seine Vorstandsmitstreiter Andreas Buchenscheit, Gerhard Gruber, Thomas Brackvogel, Björn Semjan, Christian Geiger, Steffen Mauer und Ralph Ehmann.
Als da sichtbar - und finanziell aus Mitgliedsbeiträgen der Initiative gefördert - unter anderem wären: der Start zur Schaffung eines sicheren regionalen Internetnetzes der Dinge unter dem Namen LoRaWAN für alle Bürger und Unternehmern; oder die Etablierung des Verschwörhauses im alten Sparkassengebäude am Weinhof, das mit 3D-Druckern, offenen Werkstätten, Vortragsräumen der Nukleus für Experimentierfelder der digitalen Welt von morgen werden soll, aber schlicht auch Treffpunkt für die junge digitale Generation.
Letztlich ist das Wirken der Initiative darauf ausgerichtet, "digitale Köpfe und Ideen nicht nur hier auszubilden, sondern der Stadt und der Region zu erhalten", sagte Fritz. Und: "Unsere Rolle ist nicht die eines Wettbewerbers. Wir sind diejenigen, die dafür sorgen wollen, dass es mit der digitalen Infrastruktur für die Wettbewerber schneller voran geht." Jedenfalls soll Ulm auf dem Feld der Digitalisierung und der dafür notwendigen Ausstattungen und Einrichtungen zukunftsfest gemacht werden.
Der auf Kooperationen mit ähnlichen Initiativen in anderen Städten ausgerichtete Ulmer Verein agiert dabei nach dem Bottom-up-Prinzip, erläutert Fritz. Das heißt, dass Aktivitäten nicht vorgegeben werden, etwa durch in Instituten entwickelte Konzepte. Vielmehr versteht sich ulm.digital als Förderer lokaler und regionaler digitaler Graswurzelbewegungen, die Gedanken, Ideen, Konzepte, Projekte frei und ohne jede Vorgabe entwickeln können. Das ist für OB Czisch jener durchaus anarchische Ansatz, der in dieser Form ziemlich einmalig sei. Nämlich in einem Land voller Kontrollwut, die sowohl in der Wirtschaft wie in der öffentlichen Bürokratie vorherrsche, den Kontrollverlust nicht nur zu akzeptieren, sondern ihn zur Philosophie zu erklären. Letztendlich ist Kontrolle der Tod jeder Innovation.
Freilich geht es auch bei der Digital-Initiative nicht ganz ohne kontrollierte Weiterentwicklung. Der Verein steht nach den Worten von Schatzmeister Semjan bereits auf einem soliden finanziellen Fundament. Ihm gehören mittlerweile 40 Firmen und Institutionen an, bis zum Jahresende sollen es 100 sein, lautet das ehrgeizige Ziel.
Um dabei noch stärker wahr genommen zu werden, startet die Initiative unter Federführung des Mitgliedsunternehmen Neue Pressegesellschaft/Südwest Presse und mit Unterstützung der Sparkasse Ulm eine öffentliche Veranstaltungsreihe. Auftakt ist nach den Worten Daniel Torkas (NPG-Geschäftsführung) am 17. Juli in der Sparkas se Neue Mitte. Jochen Wegner, Chefredakteur von "Zeit online", setzt sich dann in einem Vortrag mit dem Phänomen Fake News und dem schmalen Grat zwischen alternativen und falschen Nachrichten auseinander; Wegner nimmt außerdem an einer Podiumsdiskussion teil. Außerdem wird eine Ausstellung eröffnet, die sich mit Fake News genauso beschäftigt wie sie Einblicke in die alltägliche Arbeit von Zeitungsredaktionen und deren Ringen um ungefilterte Wahrheiten liefert.



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