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Ulm News, 18.04.2017 12:02

18. April 2017 von Ralf Grimminger
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Dramatik pur: ScanPlus Baskets Elchingen besiegen PS Karlsruhe LIONS mit 78:77 (33:39)


 Die ScanPlus Baskets Elchingen konnten in einer an Hochspannung und Dramatik nicht mehr zu überbietenden Partie die PS Karlsruhe LIONS mit 78:77 (33:39) bezwingen. Mit diesem Sieg steht es in der Halbfinal-Serie gegen den Tabellenersten der ProB-Süd nun 1:1 unentschieden, so dass es am Samstag zum alles entscheidenden Spiel 3 im Karlsruher Löwenkäfig kommt. 

Der Sieger dieser Partie wird sich sportlich für dem Aufstieg in die ProA qualifizieren und im ProB-Finale auf den Sieger der zweiten Halbfinalpartie zwischen den Weißenhorn Youngstars und den VfL Astrostars Bochum treffen. Hier steht es nach zwei Spielen ebenfalls 1:1. Um von Anfang an maximale Intensität aufs Parkett zu bringen, überraschte Elchingens Head Coach und Sportlicher Leiter Dario Jerkic und stellte im Vergleich zu Spiel 1 seine Starting Five komplett um.
Die Elche, die weiterhin auf ihre Langzeitverletzten Branislav Jancikin und Mario Simic verzichten mussten, starteten ohne ihre beiden offensivstärksten Import-Spieler Brandon Lockhart und Topscorer Taevaunn Prince in die Partie. Stattdessen standen in den ersten Minuten vor über 600 Zuschauern in der gut gefüllten Brühlhalle Marko Krstanovic, Marin Petric, Filmore Beck, Adrian Didovic und Kristian Kuhn auf dem Parkett.
Die Gäste aus Karlsruhe hingegen, die wohl bis Saisonende auf den an einer Rückenverletzung laborierenden Bill Borekambi verzichten mussten, schickten exakt die gleiche Starting Five wie in Spiel 1 auf das Spielfeld. Nach exakt einer Minute brachte Elchingens Kapitän Marin Petric seine Mannschaft mit seinem ersten erfolgreichen Dreipunktewurf mit 3:0 in Front. In den nächsten Minuten taten sich beide Teams im Angriff sehr schwer mit der hohen Intensität ihres Gegenübers.
So stand es in der 5. Spielminute immer noch erst 4:2 für die Hausherren, ehe Marin Petric mit seinem zweiten erfolgreichen Dreipunktewurf auf 7:2 erhöhen konnte. Dies sollten allerdings auch die letzten Punkte des Elchinger Routiniers bleiben. Denn nur eine Minute später gerieten der Karlsruher Deon McDuffie und Marin Petric etwas aneinander, woraufhin die Unparteiischen zum Entsetzen der Elchinger Zuschauer auf ein Disqualifizierendes Foul gegen Marin Petric entschieden und ihn für den Rest der Partie ausschlossen. Die Gäste nutzten diese Schiedsrichterentscheidung geschickt mit vier schnellen Punkten in Folge und konnten den Rückstand auf einen Punkt verkürzen (9:8, 7. Minute).
Die Atmosphäre wurde nun hitziger und die Brühlhalle entwickelte sich zur Brüllhölle. Wer nun glaubte, die Elche würden aufgrund des Verlustes ihres Kapitäns in Schockstarre verfallen, sah sich getäuscht. Vorne und hinten wurde verbissen um jeden Ball und um jede Position gekämpft, als gäbe es kein Morgen. Elchingens Power Forward Nick Boakye sorgte dann mit sechs Punkten in Folge dafür, dass sein Team die Führung bis zum Ende des ersten Viertels nicht mehr aus der Hand gab (17:15, 10. Minute).
Im zweiten Viertel begann dann die Show von Brandon Lockhart. Der quirlige Elchinger US- Amerikaner netzte allein in den ersten fünf Minuten des zweiten Viertels insgesamt vier erfolgreiche Dreipunktewürfe ein (31:24, 15. Minute) und kam bis zum Spielende auf insgesamt 26 Punkte, acht Rebounds und sieben Assists. Doch auch er konnte es nicht verhindern, dass die Karlsruher nun ihrerseits aus alles Lagen trafen und mit einem 15:2-Lauf das Spiel bis zum Ende der ersten Halbzeit drehen konnten (33:39, 20. Minute). Anstatt sich ihrem Schicksal zu ergeben, zeigten die Elche nun ihren besten Basketball und konterten den Karlsruher Run nun ebenfalls mit einem 15:2-Zwischenspurt und der alte Sieben-Punkte- Vorsprung für Elchingen war wiederhergestellt (48:41, 24. Minute).
Maßgeblichen Anteil daran hatte vor allem Filmore Beck mit zwei erfolgreichen Dreiern und Brandon Lockhart, der souverän Regie führte. Ein entscheidender Pluspunkt für Elchingen in dieser Phase war, dass Kristian Kuhn, Brian Butler und Co. erstmals gegen den PSK im Gegensa tz zu den ersten drei Spielen die Bretter beherrschten. In der zweiten Halbzeit pflückten sich die Elchinger Riesen 29 mal den Abpraller nach Fehlwürfen, während man den Badenern lediglich 16 Rebounds zugelassen hatte.
Vor allem Jordan Talbert und Orlando Parker wurden von der Elchinger Verteidigung so gut bewacht, dass sie sich nicht wie gewohnt in Szene setzen konnten. Nichtsdestotrotz zeigten die Gäste, dass sie recht wenig Motivation für ein drittes Spiel mitgebracht hatten und kamen durch 2 erfolgreiche Dreier wieder auf einen Punkt an die Elche heran (50:49, 25. Minute). Ein Krimi bahnte sich an. Das Spiel wurde etwas nervöser und beide Teams leisteten sich einige Fehler.
Die erneute Karlsruher Führung (52:54, 29. Minute) konterte dann Elchingens Nachwuchsspieler Karlo Rozic mit seinem Dreier zur 55:54-Führung für die Hausherren zum Ende des dritten Viertels. In der letzten Aktion vor der letzten Viertelpause bekam dann noch Brandon Lockhart von einem Karlsruher Spieler einen Schlag ab und musste noch auf dem Spielfeld von Sanitätern behandelt werden. Da diese Aktion von den Unparteiischen nicht geahndet wurde, versuchte Elchingens Trainer Dario Jerkic mit den Schiedsrichtern zu diskutieren, wurde aber umgehend mit einem Technischen Foul dafür abgestraft. Das letzte Viertel begann somit nicht mit Einwurf für Elchingen, sondern mit Freiwurf und Ballbesitz für die Karlsruher, was die etwa 70 mitgereisten Fans aus Karlsruhe schon feierten wie die Meisterschaft. Die Elchinger Fans taten ihren Unmut über die Schiedsrichterentscheidungen mit einem grellen, ausdauernden Pfeifkonzert und „Schieber“-Rufen kund. Die aufgeheizte Stimmung schien bei der Elchinger Mannschaft die letzten Kraftreserven zu mobilisieren. Jeder Ballgewinn und Rebound wurde nun von den Fans frenetisch gefeiert. Taevaunn Prince sorgte mit seinen ersten beiden Punkten im Spiel für die nächste Elchinger Führung (57:55, 31. Minute).
Für den Elchinger Topscorer untypisch setzte er alle seine sechs Würfe aus dem Feld auf den Ring, war aber dennoch vor allem in der Verteidigung ein wichtiger Faktor im Spiel. Brian Butler war es dann, der den Elchen mit sechs Punkten in Folge ein kleines Pölsterchen bescherte (63:57, 34. Minute). Zwei Dreier von Brandon Lockhart und Filmore Beck ließen die Elche dann drei Minuten vor Spielende von Spiel 3 träumen (71:64). Aber nachdem die Karlsruher 20 Sekunden vor dem Ende nochmal auf zwei Punkte verkürzen konnten (77:75, 40. Minute) und Prince im Gegenzug nur einen von zwei Freiwürfen im Korb unterbringen konnte, hatten die Gäste in letzter Sekunde nach einem Foul an der Dreipunktelinie nochmal die Chance, sich mit drei Freiwürfen in die Verlängerung zu retten.
Die ersten beiden Freiwürfe fielen auch souverän durch die Reuse, doch der Dritte landete auf dem Ring und der Jubel in der Elchinger Brühlhalle kannte keine Grenzen mehr (78:77, Spielende). Den ScanPlus Baskets ist somit das Kunststück gelungen, gegen jede gegnerische Mannschaft aus der ProB Süd in dieser Saison mindestens ein Spiel gewonnen zu haben.
Topscorer bei Elchingen waren Brandon Lockhart (26 Punkte), Filmore Beck (14 Punkte), Kristian Kuhn (10 Punkte)

Entscheidendes drittes Spiel

Das entscheidende dritte Spiel in der Halbfinalpaarung zwischen den PS Karlsruhe LIONS und den ScanPlus Baskets findet am Samstag, den 22. Apri,  um 19:30 Uhr in der Karlsruher Friedrich-List- Halle statt. Drei Stunden nach Spielelende hatten sich schon um die 50 Elchinger Fans für die Auswärtsfahrt angemeldet.



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